Nur wenige der flämischen Beamten, die in der Hauptstadt arbeiten, wohnen auch in Brüssel

Nur 4,4 % aller Beamten aus Flandern, die in der flämischen und belgischen Hauptstadt arbeiten, leben auch in einer der 19 Gemeinden in der Brüsseler Region. Das trifft nur für genau 353 von insgesamt 8.042 flämischen Beamten zu, die hier für die eine oder andere Behörde tätig sind. Diese Zahl ist in den vergangenen 10 Jahren relativ konstant geblieben, wie Statistiken ergeben.

Diese Zahlen hatte die flämische Abgeordnete Annabel Tavernier (N-VA) beim flämischen Landesminister für Brüsseler Angelegenheiten, Benjamin Dalle (CD&V) angefragt. Mit anderen Worten bedeutet das, dass 95,6 % aller aus Flandern stammenden Beamten in Brüssel täglich in die Hauptstadt bzw. in die Hauptstadt-Region pendeln.

Offenbar ist Brüssel für die meisten Beamten aus Flandern lediglich ein Arbeitsort, für das sich kein Zugehörigkeitsgefühl entwickeln lässt. Brüssel ist für viele Flamen eine Stadt „irgendwo da draußen“, zu der sich wohl keine Identifizierung bildet.

Die Abgeordnete der flämischen Nationaldemokraten N-VA bedauert dies und befürchtet, dass so der flämische Charakter Brüssels mehr und mehr verloren geht: „Darum ist es wichtig, Brüssel als Wohnort bei den Flamen zu empfehlen. Nur so können wir auch diesen niederländisch-sprachigen Charakter erhalten.“

Tavernier ist der Ansicht, dass Flanderns Brüssel-Minister Dalle (der auch der flämische Medienminister ist) Brüssel als Wohnort den Flamen näher bringen soll. Das käme nicht zuletzt auch der Verkehrsproblematik in und rund um Brüssel zugute… 

foto Peter Hilz (C)