Rekordjahr im Bereich Autoverkäufe - Lohnen sich Dieselwagen noch?

Am Rande des Brüsseler Autosalons wurde bekannt, dass das vergangene Jahr 2019 ein Rekordjahr für die belgische Autobranche war. Insgesamt wurden in Belgien rund 550.000 Neuwagen zugelassen. Das ist der höchste Wert in diesem Bereich seit 2011. Der Großteil der Neuwagen, die letztes Jahr in unserem Land abgesetzt werden konnte, betraf Firmenwagen - darunter naturgemäß viele Dieselwagen. Inzwischen wird die Frage laut, ob sich dieselbetriebene Autos für private Nutzung überhaupt noch lohnen. Der belgische Autofahrerverband VAB bezweifelt dies.

Die Verkaufsstatistiken belegen es: 2019 wurden in Belgien deutlich mehr Firmenwagen verkauft, als reine Privatwagen (siehe nebenstehenden Beitrag). 

Und doch bleibt das Auto in Belgien ungebrochen beliebt, denn die Statistiken zeigen auch, dass die Zahl der hierzulande abgesetzten Privatwagen in den vergangenen 10 Jahren rascher angestiegen ist, als die der eigentlichen Bevölkerung in unserem Land. Populär sind und bleiben entgegen aller Kritik z.B. in Sachen Klimaschutz und drohendem Verkehrsinfarkt SUV und Dieselfahrzeuge.

Hier setzt eine Frage an, die sich der belgische Automobilistenverband VAB am Rande der Brussels Motor Show stellt. Der Verband stellt fest, dass reine Dieselautos für Privatleute wirtschaftlich heute nicht mehr unbedingt interessant sind. Auf Basis der Kosten, die die Nutzung eines Privatwagens mit sich bringt, lohnt sich ein Dieselmotor nur für den, der jährlich mindestens 30.000 km zurücklegt. Und das betrifft laut Statistiken, wie der VAB feststellt, nur etwa 5 % der belgischen Autofahrer. 

Ist Benzin statt Diesel auch nicht besser? 

Für Firmenwagen liegt die Rentabilität für Dieselwagen bei jährlich gefahrenen 25.000 km, was auch an der Besteuerung von Autos, die auf Firmenkosten angeschafft wurden und unterwegs sind, liegt, so der VAB. Der VAB empfiehlt derzeit als lohnenswertere Alternativen CNG-betriebene Autos, also Fahrzeuge, die auf Erdgas fahren. Doch hier liegt (noch) ein Problem vor. Belgienweit gibt es derzeit nur 135 CNG-Tankstellen. 

Auch interessant seien inzwischen die sogenannten „Plug-in“-Hybridfahrzeuge mit Mischbetrieb mit zu Hause aufladbaren Akkus und Benzinantrieb. Solche Autos würden bereits ab jährlich zurückgelegenen 25.000 km interessant, wenn man Verbrauch, Steuern und alle anderen Gebühren mit einberechnet.

Trotzdem wechseln inzwischen viele belgische Automobilisten von Diesel auf Benzin, doch laut aktuellen Verbrauchs- und Emmissionstests (die sogenannten WLTP-Tests) liegt der CO²-Ausstoß bei neuen Benzinern, auch und gerade bei den so beliebten SUV, neuerdings wieder höher als früher. Der VAB geht davon aus, dass dies in Zukunft von den belgischen Behörden ab 2021 in die Berechnung der Verkehrssteuer und der Anmeldegebühren mit einfließen wird.