Sophie Kip

Wieder mehr Asylanträge in Belgien, doch weniger Aufenthaltsrecht erteilt

Im vergangenen Jahr wurden bei den belgischen Einwanderungsbehörden rund 23.000 Asylanträge gestellt. Das ist die höchste Zahl seit der Asylkrise im Jahr 2015, als auf Jahresbasis etwa 39.000 Anträge eingingen, wie die Statistiken des Ausländeramtes Fedasil belegen. In den Jahren danach lag die Zahl der Anträge bei zwischen 14.500 und 19.000.

Eine steigende Anzahl von Asylanträgen bedeutete aber im vergangenen Jahr nicht gleich auch, dass die Antragsteller, in der deutlichen Mehrheit Flüchtlinge aus aller Welt, auch in Belgien bleiben dürfen, so die Blätter. Im Gegenteil. 2019 wurde rund einem Viertel weniger Antragsteller auch ein Bleibe- bzw. Aufenthaltsrecht in Belgien verliehen, wie aus den Statistiken des Ausländeramtes Fedasiel ersichtlich ist.

Dass nur jeder vierte Asylantrag, der von den Behörden überhaupt erst zur Bearbeitung angenommen wurde, auch einen positiven Bescheid lieferte, stellt einen Rückgang solcher Vorgänge auf Jahresbasis in Belgien um 15 % dar.

In erster Linie stellen Afghanen, Syrer und Palästinenser einen Antrag auf Asyl oder Aufenthaltsrecht in Belgien. Doch auch aus El Salvador, Eritrea, der Türkei, aus dem Irak, aus Guinea und Somalia sowie aus dem Iran kommen zahlreiche Flüchtlinge nach Belgien. Syrer, Türken und Eritreer haben die größte Chance, in unserem Land bleiben zu dürfen.

Hingegen sank die Zahl der anerkannten Palästinenser, denn es kommen in letzter Zeit auffallend viele junge Männer nach Belgier, die offenbar über bestimmte illegale Wege eingeschmuggelt werden. Dies hat leider auch negative Auswirkungen auf palästinensische Flüchtlinge, die tatsächlich Schutz in unserem Land suchen.