CEO Karel Van Eetveldt, externer Berater Wouter Vandenhaute und das unabhängige Verwaltungsratsmitglied Patrick Lefevere

Rekordmeister RSC Anderlecht bekommt eine neue Führung

Am Dienstag wurde für alle Fußballkreise völlig überraschend mitgeteilt, dass Rekordmeister RSC Anderlecht seine Führungsspitze völlig umbaut. Fast noch überraschender sind die Namen, die in diesem Zusammenhang fielen. CEO wird ein Bankmensch, unabhängige Vorstandsmitglieder werden ein Bürgermeister und ein Radsportmanager und externer Ratgeber wird ebenfalls ein wichtiger Mann aus dem Radsport.

Dass es dem belgischen Rekordmeister RSC Anderlecht aus Brüssel sportlich und finanziell gerade nicht besonders gut geht, ist hinlänglich bekannt (siehe nebenstehenden Beitrag). Jetzt holt RSC-Besitzer und Präsident Marc Coucke zu einem großen Rundumschlag aus und baut seine Führungsmannschaft komplett um.

Neuer CEO wird der bisherige Vorsitzende des Dachverbandes der belgischen Banken (Febelfin), Karel Van Eetveldt („Ich verstehe nichts von Fußball, aber ich kann organisatorisch etwas auf die Beine stellen.“). Kürzlich erst hatte Van Eetveldt noch angekündigt, eine eigene Partei oder politische Bewegung zu gründen.

Als externer Berater steht Karel Van Eetveldt der Radsportveranstalter Wouter Vandenhaute zur Seite. Der Besitzer der Rechte an den meisten belgischen Frühjahrsklassikern im Radsport hatte dereinst gegen Marc Coucke verloren, als es darum ging, den RSC Anderlecht zu übernehmen…

In den RSC-Verwaltungsrat werden zwei unabhängige Mitglieder einziehen. Das ist zum einen der Bürgermeister von Brüssel-Stadt, Philippe Close von den frankophonen Sozialisten PS und zum anderen Patrick Lefevere, Manager und Besitzer des belgischen Radsportteams Deceuninck-Quickstep.

Wie es mit dieser neuen Führung beim Brüsseler Spitzenclub RSC Anderlecht mit Spieler-Trainer Vincent Kompany, mit Sportvorstand Michael Verschueren und mit dem T1 Franky Vercauteren weitergehen wird, bleibt abzuwarten.

Recht umstritten ist die Person Wouter Vandenhaute. Neben seinen Radsportaktivitäten, wo er (fast) alle Fäden in Belgien in der Hand hat, ist er auch Anteilseigner eines Managementunternehmens, dem viele Spieler aus der belgischen Liga angehören bzw. internationale Spieler aus Belgien. Hier vermuten kritische Beobachter, dass es zu wirtschaftlichen Interessenskonflikten kommen könnte.