Dramatischer Umsatzrückgang beim Diamantenhandel in Antwerpen

2019 war für den Antwerpener Diamantensektor ein schwieriges Jahr. Der Handel mit Diamanten in der flämischen Hafenmetropole betraf insgesamt rohe und geschliffene Steine im Wert von 37 Milliarden Dollar. Das mag eine stolze Summe sein, beutet jedoch einen Rückgang im 20 % auf Jahresbasis gegenüber 2019. 

Mit einem Handelsvolumen über 37 Milliarden Dollar entspricht die Bilanz etwa dem Stand der Jahre 2009 und 2010, also zur Zeit der allgemeinen Banken- und Finanzkrise. Der Dachverband des Antwerpener Diamantensektors AWDC geht davon aus, dass die Zahlen im laufenden Jahr nicht viel besser werden. Hier rechnet man erst ab 2021 damit, dass sich der Handel mit Diamanten wieder erholt.

Laut AWDC entspricht die Handelsbilanz in etwa dem weltweiten Trend, den der gesamte Sektor spürt. Das betrifft sowohl die Diamantenminen und die Förderung von Edelsteinen, als auch die Verarbeitung, den Handel und auch den Umsatz bei den Juwelieren, wie es in einer entsprechenden Pressemitteilung heißt.

Ari Epstein, CEO beim AWDC, sagte dazu: „Geopolitische Instabilität erweckt wirtschaftliche Unruhe und dies lässt das Verbrauchervertrauen sinken.“ Das derzeit das Angebot höher liegt, als die Nachfrage, führt Epstein auf den Handelskrieg zwischen den USA und China zurück und auch auf den Konflikt zwischen den Chinesen und Hongkong: „Das sind die wichtigsten Absatzmärkte für geschliffene Diamanten.“

Der Handel ist aber auch rückläufig, weil die Diamantenhändler zuerst die Bestände, die sie auf Lager haben, loswerden wollen. Das bedeutet, dass sie derzeit auch nur wenige Rohdiamanten erwerben.