Stapellauf per Kran: Elektrische Boote für Brügges Grachten und Kanäle

In Brügge ist am Mittwoch das erste elektrische Touristenboot zu Wasser gelassen worden. In Zukunft stellt die Stadt die gesamte privatbetriebene Flotte auf Elektromotoren um. Damit werden die Touristen bald geräusch- und emissionslos Brügge vom Boot aus erkunden können.

Die Stadtverwaltung will versuchen, dass bis zum Jahresende jede der Reedereien, die in Brügge Touristenbötchen betreibt, mindestens über ein elektrisch betriebenes Boot verfügen kann. Die Vorteile liegen auf der Hand: Keine Abgase mehr und auch kein Motorengeräusch mehr. Hinzu kommt noch, dass die neuen bzw. die entsprechend umgebauten Boote den Gästen mehr Komfort bieten. Sie sollen zudem auch weniger Wellen schlagen.

Die Reedereien, die sich dieser Umstellung nicht wiedersetzen, arbeiten mit elektrischen Motoren, die rund 8 Stunden Betriebszeit gewährleisten können. Das müsste reichen, so die Ansicht aller Beteiligten. In drei Jahren sollen alle 20 Brügger Touristenboote elektrisch angetrieben werden.

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Fünf Reedereien haben in Brügge eine Konzession für solche Boote und jedes Unternehmen betreibt vier Bötchen. Alle zwei Monate ungefähr soll ein Boot mit Dieselmotor durch ein E-Boot ersetzt werden. Brügges Schöffe für Tourismus, Philip Pierins (SP.A), sagte, dass die Fahrten an sich allerdings etwas teurer werden, um das Projekt zu finanzieren: „Eine Rundfahrt wird dieses Jahr 10 € kosten und nicht mehr nur 8 € wie bisher. Aber, auch die Stadt trägt zur Finanzierung dieser nachhaltigen Investition bei.“

Einer ist schon jetzt zufrieden: Bootsbauer Luc Degroote: „Ich gebe zu, dass ich ein Kribbeln im Bauch hatte, als ich das erste Boot jetzt auch offiziell auf dem Wasser fahren sehen konnte.“ Vorher wurden unter Ausschluss der Öffentlichkeit natürlich einige Testfahrten absolviert. Die neuen Boote werden auch eine neue Lautsprecheranlage bekommen, damit die Erklärungen der Touristenführer deutlicher und verständlicher werden.