Steigende Fahrgastzahlen im öffentlichen Nahverkehr in Belgien

Sowohl die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB, als auch die regionale Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB melden in diesen Tagen steigende Fahrgastzahlen. Beide Verkehrsbetriebe verzeichneten im vergangenen Jahr deutlich gestiegene Zahlen. Vor allem in den Ballungsräumen rund um die großen Städte wird immer mehr auf Busse und Bahnen zurückgegriffen.

Die belgische Bahn beförderte 2019 rund 253 Millionen Reisende und Pendler. Das entspricht einem Anstieg um 4 % gegenüber dem Vorjahr und ist fast das Doppelte von den Zahlen, die vor 20 Jahren registriert wurden. Die Fahrgastzahlen bei der NMBS/SNCB stiegen vor allem rund um die großen Ballungsräume von Städten wie Antwerpen, Brüssel oder Gent. Bahnsprecher Dimitri Temmerman sagte dazu: „Die Züge in den Stoßzeiten sind gut gefüllt, doch auch der Freizeitverkehr zu weniger stark frequentierten Zeiten hat stark zugenommen.“ Die belgische Bahngesellschaft will noch in diesem Jahr bis zu 18.000 neue Mitarbeiter einstellen.

Fahrgastverbände in Belgien begrüßen diese Entwicklung, fordern jedoch, dass sich die Bahn diesen Zuwächsen besser anpasst, denn zur Zeit finden in den Stoßzeiten nicht alle Pendler auch einen Sitzplatz. Sie empfehlen, die Angebote noch weiter auszubauen. Auf der anderen Seite steigt aber auch die Zufriedenheit der Fahrgäste und die Pünktlichkeitswerte konnten sich wieder verbessern, auch wenn diese stets mit Vorsicht zu genießen sind, denn dort fließen nicht alle realen Verspätungen mit ein… Leider bergen die Züge in Belgien weiter praktische Probleme für Reisende mit körperlicher Beeinträchtigung.

Auch steigende ÖPNV-Zahlen in der Brüsseler Region

Einen enormen Anstieg der Fahrgastzahlen verzeichnete die regionale Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB. Hier wurden letztes Jahr 434 Millionen Fahrten registriert. Das ist eine Zunahme um rund 16 Millionen Fahrten im Vergleich zu 2018. Hier stiegen die Fahrgastzahlen in den vergangenen 10 Jahren in etwa um die Hälfte. Nach Ansicht von MIVB/STIB-Sprecherin An Van Hamme liegt dies an aktuellen Entwicklungen: „Das kommt zweifellos durch die Stauproblematik und durch die Bewusstseinsentwicklung rund um das Klima.“

Auch hier haben die Fahrgastzahlen nicht nur in den Stoßzeiten zugenommen, sondern auch in sogenannten Tagesrandlagen, wie die MIVB-Sprecherin andeutet: „Im vergangenen Jahr haben wir auch die Frequenz in verkehrsschwachen Zeiten steigern können und wir setzen mehr Fahrzeuge ein, darunter jetzt auch Hybrid-Busse.“ Trotz modernster Busse mit alternativen Antriebstechniken und mehr Sitzplätzen wurden drei Viertel der ÖPNV-Fahrten in der Region Brüssel-Hauptstadt mit Straßenbahnen oder mit der Metro zurückgelegt. 

Jelle Jansegers
Jelle Jansegers