Belgiens Supermärkte streichen Kängurufleisch aus ihren Angeboten

Alle großen Supermarktketten in Belgien haben beschlossen, kein Kängurufleisch mehr anzubieten. Delhaize, Colruyt, Aldi und Lidl hatten solche Produkte bereits vor einiger Zeit aus den Angeboten gestrichen und jetzt schließen sich Carrefour, Makro, Cora, Match und Spar diesem Schritt an. Die belgische Tierschutzvereinigung GAIA ruft Belgiens geschäftsführende Wirtschaftsministerin Nathalie Muylle (CD&V) dazu auf, den Import von Kängurufleisch zumindest für einen bestimmten Zeitpunkt zu untersagen.

GAIA ist der Ansicht, es sei derzeit nicht zu verantworten, Fleisch von Kängurus zu verkaufen. Durch die schweren Busch- und Waldbrände in Australien seien inzwischen zahllose Kängurus ums Leben gekommen (man schätzt dass diese Feuer bis zu einer Milliarde Tiere aller Arten getötet haben).

„In den vergangenen Tagen haben wir alle Supermarktketten davon überzeugen können, den Verkauf von Kängurufleisch zu beenden“, sagte GAIA-Sprecherin Ann De Greef dazu.

Trotz des umfangreichen Sterbens von wilden Tieren in Australien plane die dortige Regierung, noch im laufenden Jahr weitere 6 Millionen Kängurus zu kommerziellen Zwecken abschießen zu lassen, so GAIA und diese Jagd sei besonders brutal.

Belgien ist der größte Importeur von Kängurufleisch weltweit und soll laut GAIA alleine im Jahr 2016 632 Tonnen dieses Fleisches importiert haben. Das käme überein mit 180.000 Kängurus. Doch offenbar hält sich die belgische Wirtschaftsministerin in dieser Frage zurück.

„Myulle sagt, es sei an Europa, ein solches Handels- oder Importverbot zu erlassen, doch das ist Nonsens. Belgien führe noch 2008 ein Importverbot von Seehundfellen ein und 2006 ein Verbot für das Einfuhren von Pelzen aus Hunde- oder Katzenfell“, so De Greef. Auch das belgische Bundesparlament könnte einen Import von Kängurufleisch über einen Gesetzesvorschlag untersagen.