Der zweitgrößte Diamant der Welt wird in Antwerpen geschliffen

Der „Sewelo“, der zweitgrößte Diamant der Welt, ist im vergangenen Jahr in der Karowe-Mine in Botswana gefunden worden. Jetzt kommt er nach Antwerpen und soll dort geschliffen und für die Verarbeitung in Louis Vuitton-Juwelen vorbereitet werden. „Die Expertise, einen so großen Stein zu bearbeiten, findet man vor allem in Antwerpen“, sagt Paul Van der Steen vom Wissenschaftlichen und Technischen Forschungszentrum für Diamanten dazu gegenüber VRT NWS.

Der „Sewelo“-Diamant hat 1.785 Karat und wird für Louis Vuitton beim Antwerpener Unternehmen HB geschliffen, poliert und für die Weiterverarbeitung in Juwelen zerkleinert. Dazu ist einiges an Technologie und Fachwissen erforderlich, wie Van der Steen angibt: „Diese Expertise ist vor allem in Antwerpen zu finden, weshalb wir die erste Wahl sind, wenn es gilt, derartige Stücke zu bearbeiten.“

Um einen solchen Stein optimal zu bearbeiten, wird eine Art 3D-Plan erstellt, der auf Basis von Messungen und Scans entsteht. Dann, so Van der Stehen, „wird eine Software genutzt, um daraus die besten herauszuschneidenden Steine zu errechnen.“ 

Viele kleine Stücke mit einer hohen Qualität sind mehr wert, als der große Stein.

Paul Van der Steen, Wissenschaftliches und Technisches Forschungszentrum für Diamanten

„Die optimale Bearbeitung ist eine Kombination aus verschiedenen Faktoren. Es ist nicht so, dass der größte Stein die beste Lösung ist. Das macht das Ganze so kompliziert. Viele kleine Stücke mit einer hohen Qualität sind mehr wert, als der große Stein. Meistens ist es so, dass ein großer Diamant in kleinere Stücke mit niedrigem Gewicht geteilt werden muss. Und die haben dann zusammen mehr Wert als ein großes Stück“, so Van der Steen.  

Die Bearbeitung des „Sewelo“-Diamanten wird wohl mehrere Monate in Anspruch nehmen. Er wird über ein Computerprogramm mit Laserstrahlen geschnitten. „Das ist sehr stressig, denn man kann dabei nicht mehr von neuem anfangen. Man kann einen Diamanten nur einmal schleifen. Fehler darf man sich hier nicht erlauben…“, sagt der Diamantenfachmann dazu gegenüber VRT NWS.