Rekordfang beim Zoll: 126 Millionen gefälschte Zigaretten auf einmal beschlagnahmt

Die belgischen Zollbehörden haben diese Woche in mehreren Aktionen zu einem großen Schlag gegen illegale Zigaretten ausholen. Die Aktionen konzentrierten sich auf die Antwerpener Region. Insgesamt wurden dabei 126 Millionen gefälschte Zigaretten beschlagnahmt und acht Personen konnten festgenommen werden. Wenn diese Zigaretten in Belgien im Umlauf gekommen wären, hätte dies den Staat rund 65 Mio. € Steuereinnahmen gekostet.

Eine Menge von 126 Millionen Zigaretten entspricht etwa dem Volumen, dass der belgische Zoll normalerweise innerhalb eines Jahres beschlagnahmt. Eine erste Ladung von 10 Millionen gefälschten Zigaretten wurde am 9. Januar in Stabroek bei Antwerpen entdeckt und später wurden in Antwerpen selbst weitere 30 Millionen Glimmstengen beschlagnahmt. Bei einer dritten Razzia kamen noch einmal 86 Millionen illegale Zigaretten hinzu.

Bei den Aktionen des Zolls wurden acht Personen verhaftet, die angaben, die türkische Staatsangehörigkeit zu haben. Die Zigaretten kommen höchstwahrscheinlich aus Südost-Asien, wurden also nicht in unserem Land hergestellt. „Es ist noch unklar, wie sie nach Belgien kamen“, so Francis Adyns, der Sprecher des belgischen Finanzministeriums, dem der Zoll angeschlossen ist.

„Doch da sich die meisten beschlagnahmten Zigaretten in Containern befanden, gehen wir davon aus, dass sie über den Antwerpener Hafen hereingekommen sind“, so Adyns weiter. Die Ermittler der belgischen Zollbehörden versuchen jetzt herauszufinden, ob diese Zigaretten für den belgischen Markt bestimmt waren oder ob sie eine andere Bestimmung irgendwo in Europa hatten.

Dies könne man aus den Sprachen, die auf den Päckchen abgedruckt sind, ableiten, so Francis Adyns. Wenn diese Zigaretten in Belgien im Umlauf gekommen wären, hätte dies den Staat rund 65 Mio. € Steuereinnahmen gekostet: Verbrauchersteuern, Einfuhrsteuern und Mehrwertsteuern.

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Bei den beschlagnahmten und gefälschten Zigaretten handelt es sich um Kopien von Markenzigaretten von Rothmans Blue, John Player Special und em@il. Das bedeutet also auch, dass die Hersteller durch gefälschte Markenzigaretten einen enormen Schaden erleiden.

Doch nicht nur das ist ein Problem, wie Finanzsprecher Francis Adyns erklärt: „Überdies ist das eine zusätzliche Gefahr für die Volksgesundheit. Rauchen ist ja schon gefährlich, doch solche gefälschten Zigaretten werden auf unhygienische Art und Weise hergestellt und niemand kontrolliert, was darin verarbeitet wird. Das macht dies besonders riskant.“

Für den belgischen Zoll ist dies der größte Fund an gefälschten Zigaretten bisher überhaupt innerhalb eines Vorgangs und ist vergleichbar mit dem, was innerhalb eines ganzen Jahres beschlagnahmt wird. Letztes Jahr gingen dem Zoll 174 Millionen falsche Zigaretten ins Netz, 2018 rund 111 Millionen und 2017 etwa 114 Millionen.