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Es wird einfacher: Organspender können sich schon bald selbst online registrieren

Wer sich als Organspender registrieren lassen möchte, kann dies bald einfach per Computer über die Online-Gesundheitsplattform "mijngezondheid.be" tun. Das schreibt die Zeitung Het Belang van Limburg.

Mehr als 380.000 Belgier sind bereits als Organspender registriert. Laut belgischem Gesetz ist jeder Mensch hierzulande automatisch ein Spenderkandidat bei seinem Tod, es sei denn, die Person legt zu Lebzeiten Widerspruch dagegen ein.

Um jedoch jeden Zweifel auszuschließen, können die Bürger ihre Entscheidung jetzt auch noch einmal von der Gemeinde protokollieren lassen. Ab dem nächsten Sommer wird dieses Verfahren noch einfacher werden.

"Schon jetzt ist es möglich, sich über den Hausarzt oder über die Gemeinde registrieren zu lassen. Diese Angaben werden in eine Datenbank gespeist. Die Datenbank kann von Ärzten konsultiert werden, die sich darüber informieren möchten, ob ein Verstorbener ein potenzieller Spender ist. Ab dem Sommer wird die Registrierung auch über „mijngezondheid.be“ möglich. Jeder Patient kann das dann von zu Hause aus machen. So wird das schließlich auch in den medizinischen Akten vermerkt“, betonte Gesundheitsministerin Maggie De Block an diesem Samstag in der VRT.

Wie können sich die Bürger registrieren?

In diesem Sommer wird eine App angeboten, mit der sich Organspender online registrieren können. Das antwortete Gesundheitsministerin Maggie De Block auf eine Frage des christdemokratischen Abgeordneten Steven Matheï (CD&V).

Ein Gesetz, das die Online-Registrierung ermöglicht, gibt es schon lange, aber die Durchführungsbestimmungen, damit dieses System in Kraft treten kann, standen noch aus. Es wurde eine neue zentrale Datenbank entwickelt, in der Kommunalbehörden und Allgemeinmediziner Genehmigungen oder Verweigerungen von Organspenden registrieren können, und jetzt gibt es also auch noch eine App, die es den Bürgern ermöglicht, dies selbst online zu erledigen. De Block rechnet mit dem Start der Datenbank und der App "Mitte 2020".

Matheï wies darauf hin, dass noch immer jedes Jahr viele Organe von Verstorbenen verloren gingen, weil die Angehörigen nicht über den Willen des Verstorbenen informiert seien und deshalb die Ärzte bitten würden, keine Organe zu entnehmen.

Das System der Registrierung wurde 2006 eingeführt. Man kann sich dabei explizit bei der Stadt oder Gemeinde als Organspender registrieren lassen, um eventuell irgendwann in der Zukunft andere Leben zu retten. Dies kann also schon bald noch schneller mit einer App geschehen. "Es ist gut, dass es endlich vorwärts geht", so Matheï auch noch.

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