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Flämische Abgeordnete Saeys will organisierte Prostata-Vorsorgeuntersuchung

Die flämische liberale Abgeordnete Freya Saeys (Open VLD) will ein organisiertes Screening für Prostatakrebs. Schließlich handelt es sich um eine Krankheit, die oft tödlich endet, bei der aber ein Screening den hohen Prozentsatz der Todesfälle senken kann, so Saeys.

Die liberale Politikerin und Allgemeinmedizinerin zitiert Zahlen der Stiftung Krebsregister und des flämischen Sozialministers Wouter Beke (CD&V). Die Statistik zeigt, dass im Jahr 2017 bei 9.555 belgischen Männern Prostatakrebs diagnostiziert wurde. Davon starben 1.529, also 16 Prozent. Laut Saeys kann ein PSA-Test bei bestimmten Zielgruppen helfen, den Krebs früh zu erkennen.

Aus einer europäischen Studie mit 100.000 Patienten geht sogar hervor, dass die Zahl der Todesfälle halbiert werden kann.

Saeys fordert Minister Beke auf, zu untersuchen, ob ein organisiertes Screening sinnvoll und von hoher Qualität ist. Beke schlägt vor, dass der Berufsverband der Urologen die Arbeitsgruppe Bevölkerungsscreening um Rat fragen sollte, damit das Screening anhand der Kriterien in den Vorschriften getestet werden kann, weiß Saeys. Wenn nach Ansicht der Arbeitsgruppe sowohl Nutzen als auch Qualität nachgewiesen sind, kann die Genehmigung für die Prostatakrebsvorsorge erteilt werden.

In Deutschland wird der Nutzen eines Prostatakarzinomscreenings mittels PSA-Test ohne Verdacht auf Prostatakrebs immer wieder heftig diskutiert. Eine solche Reihenuntersuchung könnte zu Überdiagnosen und Übertherapie mit dauerhaften Schäden führen, sagen Kritiker von organisierten Prostatakarzinomscreenings mittels PSA-Test.