Opfer von Terroranschlägen können sich noch bis zum 18. März registrieren

Das belgische Justizministerium ruft Opfer von Terroranschlägen dazu auf, sich bis spätestens zum 18. März 2020 registrieren zu lassen, damit sie eventuelle Ansprüche auf finanziellen Schadensersatz stellen können. Das Ministerium veröffentlicht in diesem Zusammenhang eine Liste von Anschlägen, die offiziell als solche anerkannt sind. 

„Wir bitten alle Opfer von anerkannten Terroranschlägen darum, sich registrieren zu lassen“, so der Aufruf von Edward Landtsheere, dem Sprecher des Bundesjustizministeriums in Brüssel. Die Deadline für entsprechende Anmeldungen läuft am 18. März 2020 aus. Danach können keine Ansprüche mehr auf Schadensersatz gestellt werden, so Landtsheere.

Das Justizministerium weiß bis heute noch immer nicht, wie viele Personen mit belgischer Staatsbürgerschaft genau direkt oder indirekt Opfer eines Terroranschlags im In- oder Ausland wurden. Der Justizsprecher ist sicher, dass noch Betroffene in Anmerkung für entsprechende Entschädigungen kommen können: „Derzeit bearbeiten wir etwa 1.000 Dossiers und wir haben bereits rund 4 Mio. € an finanzieller Hilfe ausbezahlt.“ 

Wurden sie Opfer eines Terroranschlags? Dann melden sie sich bitte!“

Edward Landtsheere, Sprecher des belgischen Justizministeriums

Doch das Ministerium verfügt noch über eine Adressenliste von etwa 500 weiteren Personen, die eventuell in Anmerkung für finanzielle Hilfe kommen könnten: „Denen werden wir jetzt ein persönliches Schreiben zukommen lassen. Doch wir lancieren auch einen Aufruf über die Medien: Wurden sie ein Opfer eines Terroranschlags? Dann melden sie sich bitte!“ Die Betroffenen müssen im Besitz der belgischen Staatsangehörigkeit sein und diese zum Zeitpunkt eines eventuellen Anschlags auch bereits besessen haben.

Wer kommt in Anmerkung? „Das sind Personen, die von einem Anschlag direkt oder indirekt betroffen waren. Das können körperlich betroffene Personen sein oder auch Angehörige. Wer z.B. einen Gehörschaden erlitten hat, der kommt auch in Anmerkung für einen Schadensersatz. Die möglichen Unkosten, die erstattet werden können, sind sehr unterschiedlich. Das können Krankenhausrechnungen sein oder auch Beerdigungskosten. Aber auch Anwaltskosten können erstattet werden.“

In Anmerkung kommen Personen, die von einem Anschlag direkt oder indirekt betroffen waren. Das können körperlich betroffene Personen sein oder auch Angehörige.“

Edward Landtsheere, Sprecher des belgischen Justizministeriums

Wo kann man sich melden? Das Justizministerium bietet möglichen Terroropfern zwei Wege an, sich zu registrieren. Zum einen kann ein entsprechendes Dossier telefonisch beantragt werden und zwar über die Telefonnummer +32/(0)471/123 124. Zum anderen kann das auch per Email geschehen und zwar über terrorvictims@just.fgov.be.

Das Justizministerium veröffentlichte zur Unterstützung der Vorgänge eine Liste jener Terroranschläge, die von den belgischen Justizbehörden offiziell als solche anerkannt wurden und aufgrund dieser Liste wird herausgefiltert, der letztendlich Anspruch auf Schadensersatz von Seiten des belgischen Staates hat:

-      8. Juni 2012: Anschlag auf eine Metro in Brüssel

-      24. Mai 2014: Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel

-      9. Januar 2015: Anschlag auf einen Supermarkt in Paris

-      6. März 2015: Anschlag auf offener Straße in Bamako/Mali

-      18. März 2015: Anschlag auf ein Museum in Tunis/Tunesien

-      26. Juni 2015: Anschlag auf den Strand von Sousse/Tunesien

-      13. November 2015: Die Anschläge auf Paris (Konzertsaal, Stadion, Terrassen…)

-      20. November 2015: Anschlag auf ein Hotel in Bamako/Mali

-      22. März 2016: Anschläge auf den Flughafen von Zaventem und auf die Metrostation von Maalbeek in Brüssel

-      14. Juli 2016: Anschlag auf offener Straße in Nizza

-      6. August 2016: Anschlag auf offener Straße in Charleroi

-      5. Oktober 2016: Anschlag auf offener Straße in Schaarbeek/Brüssel

-      1. Januar 2017: Anschlag auf eine Diskothek in Istanbul/Türkei