23 Transitmigranten in einem Kühlwagen im Hafen von Zeebrügge entdeckt

Die belgische Bundespolizei hat am Donnerstag im Hafen von Zeebrügge 23 Flüchtlinge, die sich in einem Kühlwagen versteckt hatten, um so auf die britischen Inseln zu gelangen, aufgegriffen. Die Transitmigranten waren beim Umladen des Kühlwagens entdeckt worden. Keiner der Flüchtlinge befand sich in Lebensgefahr. Provinzgouverneur Decaluwé erinnerte dieser Fall an den der vor drei Monaten in England entdeckten in einem LKW ums Leben gekommenen Vietnamesen. 

Die Flüchtlingsgruppe bestand aus Transitmigranten, die aus Eritrea und aus dem Sudan stammten. Darunter waren auch zwei Frauen. Kinder waren nicht dabei und niemand in dem Kühllastwagen hatte bis dahin gesundheitliche Probleme davongetragen. Carl Decaluwé, der Gouverneur der Provinz Westflandern, zeigte sich einmal mehr schockiert und rief alle Beteiligten dazu auf, sich diesem Problem mehr zu widmen und die Kontrollen auch in den Häfen zu verschärfen.

Dass diese Transitmigranten nur zufällig entdeckt wurden, stieß Decaluwé besonders auf: „Wenn dieser Kühlwagen nicht überladen gewesen wäre, dann wären diese Leute auf dem Weg nach Großbritannien gewesen. Wahrscheinlich wäre ihnen das gleiche geschehen, wie den 39 Vietnamesen, die auf den Tag genau vor drei Monaten in einem Kühlwagen tot entdeckt wurden.“ 

Müssen denn erst Menschen ums Leben kommen, ehe man hier wach wird? Wir haben es hier immerhin mit Menschen zu tun…“

Westflanderns Provinzgouverneur Carl Decaluwé

Doch das war noch nicht alles, was Decaluwé in seiner Provinz in letzter Zeit im Hinblick auf Transitmigranten erleben musste: „Das ist jetzt das zweite Mal, dass wir diese Woche in Westflandern noch einmal davon gekommen sind. Erst De Panne und jetzt Zeebrügge. Müssen denn erst Menschen ums Leben kommen, ehe man hier wach wird?“

Anfang der Woche hatte eine Gruppe Flüchtlinge versucht, mit einem alten Boot über den Ärmelkanal zu gelangen, doch dieses Boot kenterte. Glücklicherweise konnten die Betroffenen zurück zum Strand von De Panne schwimmen und sich retten. Auch aus diesem Grunde fordert Decaluwé von der Bundesregierung mehr Mittel und mehr Personal zur Kontrolle: „Wir haben es hier immerhin mit Menschen zu tun…“