Bahnhof Gent Sint-Pieters bekommt größte überdachte Fahrradabstellanlage Europas

Die Eisenbahngesellschaft NMBS erweitert den überdachten Fahrradabstellplatz des Bahnhofs Gent Sint-Pieters. Damit wird der Genter Bahnhof wohl den größten überdachten Fahrradabstellplatz Europas mit 17.000 Plätzen beherbergen. Dies wurde an diesem Freitag bei einer Pressevorstellung der neuen Pläne für den Bahnhof Gent verkündet. Die Renovierung wird bis 2027 fortgesetzt. "Ehrgeizig, innovativ, nachhaltig und funktional: ein Bahnhof, der zu Gent gehört", so der liberale Bürgermeister Mathias De Clercq (Open VLD) über die neu gestalteten Pläne.

Durch eine bessere Ausnutzung des verfügbaren Raums und die verstärkte Nutzung von Bodenregalen kann die geplante Kapazität des Fahrradraums von 13.500 auf 17.000 überdachte Fahrradplätze erhöht werden. Ein Fahrraderkennungssystem soll die Benutzer schnell zu verfügbaren Plätzen führen. Aufmerksamkeit soll auch den Lastenrädern und anderen Transportmitteln gewidmet werden.

Wahrscheinlich wird die Fahrradabstellanlage in Gent sogar die größte der Welt sein. Immerhin hatte die niederländische Stadt Utrecht zuvor angekündigt, dass sie mit 12.500 Plätzen die größte überdachte Fahrradabstellanlage der Welt betreiben würde. Doch die NMBS wollte am Freitag hinsichtlich des eigenen Projekts noch nicht von einem Weltrekord sprechen.

Die Pläne sind Teil einer gründlichen Renovierung des Bahnhofs Gent Sint-Pieters, die beinahe ins Wasser gefallen wäre. Sie wurde zu teuer.

Im vergangenen Jahr hat die NMBS eine geplante Abdeckung von acht Gleisen gestrichen und wollte auch beim Abstellen von Fahrrädern sparen. Dies führte jedoch mitten im Wahlkampf zu einem Sturm von Protesten, woraufhin schließlich der gesamte Stadtrat von Gent protestierte. Nachdem De Clercq Bürgermeister geworden war, gingen er und der Stadtbeirat für Mobilität Filip Watteeuw (Groen) zur NMBS-Chefin Sophie Dutordoir, um die Pläne zu deblockieren.

Nach monatelangen Beratungen wurden die neu entworfenen Pläne an diesem Freitag vorgestellt. Dazu gehört ein Vordach, das sich architektonisch in das bereits vorhandene Vordach einfügt und den Komfort der Passagiere garantiert. Auf dem Dach werden Solarzellen installiert. Das Gebäude wird mit einer Reihe von Energiesparmaßnahmen ausgestattet und verfügt also auch über einen sehr umfangreichen überdachten Fahrradabstellplatz.

"Das Ergebnis ist unglaublich gut", so der Stadtbeirat für Mobilität, Watteeuw. "Es ist wichtig, dass dies durch eine offene und konstruktive Haltung der NMBS und der Stadt Gent ermöglicht wurde. Auch De Clercq freut sich über die verbesserten Zukunftspläne. Er sprach von "mehr Bahnhof für das gleiche Geld".

Die NMBS kümmert sich um die notwendigen Papiere und beantragt eine Umweltgenehmigung. Bis zum Sommer 2021 soll der erste Spatenstich gesetzt sein.