Damit mehr Menschen Geld für spezialisierte Hilfe erhalten, müssen andere auf zusätzliche Leistungen verzichten

2.300 flämische Menschen mit Behinderung, die schon lange ganz oben auf der Warteliste stehen, erhalten bis 2024 ein Budget für spezialisierte Hilfe. Das sind 1.700 mehr als zuvor geplant. Die flämische Regierung kann dies durch eine Anpassung der Bedingungen erreichen. Doch selbst dann ist die Warteliste immer noch sehr lang.  

Erwachsene mit Behinderung haben Anspruch auf ein Budget, mit dem sie das Personal, das ihnen hilft und sie berät, bezahlen.

25.000 Erwachsene mit Behinderung erhalten bereits ein solches Budget. Und 15.000 andere stehen auf einer Warteliste für eine erste Auszahlung oder für mehr Budget.

Sie müssen jedoch noch lange warten, denn sie könnten in den kommenden Jahren von Menschen überholt werden, die automatisch Priorität erhalten. Dabei handelt es sich z.B. um Personen, die bereits als Kind in einer Einrichtung gelebt haben oder bei denen eine akute Notsituation vorliegt, zum Beispiel weil die Eltern gestorben sind.

„Unsere Prognose ist, dass etwa 10.000 Menschen in eine Situation kommen könnten, in der ihnen direkt geholfen werden muss. Hierfür müssen wir auch Geld freimachen“, erklärt Wouter Beke, der flämische Gesundheitsminister.

Doch damit bleibt kein Geld mehr übrig für die alte Warteliste. Die Regierung will deshalb mit Hilfe strengerer Regeln Geld freisetzen.  Diejenigen, die heute 5 Tage in der Woche in einer Einrichtung leben, werden es schwieriger haben, auch noch am Wochenende, also 7 auf 7 Tage dort zu wohnen. Und in einer Reihe von Fällen werden die neuen Budgets niedriger ausfallen.

„Die Beträge werden besser zugeschnitten sein. Früher gab es verschiedene große Budgetkategorien. Die sollen jetzt spezifischer ausgerichtet werden“, so Beke. Man wolle nachgehen, welche Pflege von einer Person benötigt wird, welches Budget man dafür braucht und das werde dann besser aufeinander abgestimmt. „Auf diese Weise können wir - nach unseren Berechnungen - 2.300 Menschen aus dieser Gruppe der dringendsten Fälle helfen und das sind 1.700 mehr als ursprünglich der Fall war.“

Das ist zwar gut, aber inzwischen kommen immer mehr Anträge hinzu. So werden in 5 Jahren 25.000 Menschen mit Behinderung auf der Warteliste stehen. Der Ruf nach noch mehr Mittel wird also nicht aufhören.

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