Aktion der Gewerkschaften: Streik bei der VRT

An diesem Montag streiken die Gewerkschaften bei der VRT, dem öffentlichen-rechtlichen Rundfunk des belgischen Bundeslandes Flandern. Die Radiokanäle senden fast nur Musik, die von stündlichen Newsspots unterbrochen werden. Die beiden TV-Sender zeigen Wiederholungen und nur kurze Nachrichtensendungen und das Online-Angebot wird auf ein Minimum beschränkt. Grund für diesen Streik ist u.a. die Entlassung von VRT-Direktor Paul Lembrechts.

Das VRT-Funkhaus an der Brüsseler Reyerslaan erlebt turbulente Wochen. Zum einen kündigte die flämische Landesregierung deutliche Einsparungen für den öffentlich-rechtlichen Sender an und zum anderen sorgt ein Konflikt auf Führungsebene für Zündstoff.

Direkter Anlass für diese Gewerkschaftsaktion ist die Art und Weise, auf die VRT-CEO Paul Lembrechts in der vergangenen Woche entlassen wurde. Nach Ansicht der Gewerkschaften und der Personalbewegung „Idereen VRT“ („Alle sind VRT“) war dieser Vorgang ein Alleingang des Verwaltungsrates unseres Hauses und des flämischen Landesministers für die Medien, Benjamin Dalle (CD&V).

Basis für diese Entlassung war ein Rapport, den ein Schlichter verfasste, der zur Lösung eines Konflikts auf der Führungsebene der VRT einbestellt wurde. Doch diesen Rapport hat niemand lesen können, selbst der zuständige Minister nicht.

Die Gewerkschaften und die Personalbewegung gehen davon aus, dass CEO Lembrechts sein Amt räumen musste, weil er sich den Sparplänen der flämischen Landesregierung wiedersetzte. Auch diese Einsparungen selbst sind ein Grund für die Gewerkschaftsaktion. Die VRT muss bis 2024 insgesamt 44 Mio. € einsparen.