Belga

Arbeitstreffen der MPs Flanderns und der Deutschsprachigen Gemeinschaft

Am Dienstag trafen sich die Ministerpräsidenten Flanderns, Jan Jambon (N-VA - Foto rechts) und der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien, Oliver Paasch (ProDG - Foto links) in Brüssel zu Gesprächen über die gemeinsame Zusammenarbeit. Dabei stand das konstruktive und damit gute Verhältnis zwischen beiden Regionen im Vordergrund. Dieses gute Verhältnis zwischen Flandern und der DG helfe Ostbelgien sogar dabei, Geld zu sparen, so Paasch nach dem Treffen.

Bei dem Treffen zwischen den flämischen Landeschef und seinem deutschsprachigen Amtskollegen aus Ostbelgien ging es unter anderem darum, eine Bilanz des bereits bestehenden Kooperationsabkommens zu ziehen, denn dieses Abkommen soll noch im laufenden Jahr aktualisiert werden, wie der belgische Rundfunk in deutscher Sprache, BRF, dazu meldete. Dies liege auch daran, dass die DG seit 2017 zusätzliche Befugnisse übernehmen konnte, so Ministerpräsident Paasch: „Man denke nur an Raumordnung, Wohnungsbau oder Energie. In diesen Bereichen werden wir in Zukunft sehr eng zusammenarbeiten können.“

Flandern will der DG in naher Zukunft auch bei der Digitalisierung und Archivierung von audiovisuellen Medien in Ostbelgien und bei der Reform der Verwaltung helfen, wie vereinbart wurde, so Paasch weiter: „Wir möchten unsere Verwaltung effizienter machen, wir wollen Bürokratie abbauen und Verwaltungsabläufe vereinfachen. Da die Flämische Gemeinschaft 2018 eine grundlegende Reform dieser Art durchgeführt hat, macht es Sinn, sich am flämischen Modell zu orientieren. Flandern ist für mich jedenfalls in Sachen Verwaltung ein Vorbild.“

Ein weiterer wichtiger Punkt war auch ein flämisches Anliegen. Dabei ging es um die Frage, wie sich das föderalisierte Belgien im Ausland präsentiert. Bei EU-Ministerratssitzungen sei oft nicht klar, wer wann für unser Land sprechen dürfe, stellte Flanderns Landeschef Jambon fest. Bisher arbeitet Belgien mit einem nach flämischer Lesart verständlichen veralteten Abkommen, das aus dem Jahr 1994 stammt. Mittlerweile, so Jambon, sei das Land aber zwei Staatsreformen weiter und viele Zuständigkeiten seien heute anders verteilt, als damals.

MP Jambon schlug sich auch ganz gut in deutscher Sprache. So zitiert ihn die einzige deutschsprachige Tageszeitung in Belgien Grenzecho aus Ostbelgien mit den Begrüßungsworten: „Es war mir eine Freude, dich wieder zu sehen, Oliver! Die Beziehungen zwischen Flandern und der Deutschsprachigen Gemeinschaft, aber auch zwischen mir und Oliver sind sehr gut.“