AP2011

Portugal wird bald kein Steuerparadies mehr für belgische Rentner sein

Die portugiesische Regierung hat beschlossen, eine 10%ige Steuer auf das Einkommen ausländischer Rentner zu erheben, berichtet die französischsprachige Wirtschaftszeitung L'Echo an diesem Donnerstag. Dies könnte das Land für belgische Rentner weniger attraktiv machen.

Seit 2013 gilt in Portugal: ausländische Rentner brauchen 10 Jahre lang keine Einkommenssteuer bezahlen. Diese Maßnahme war von der portugiesischen Regierung beschlossen worden, um einem von der Finanzkrise von 2008 hart getroffenen Immobiliensektor zu helfen.

Dank des NHR-Systems (Non-Usual Residents) sind Rentner aus dem Privatsektor für ihre Renten vollständig steuerbefreit. Tatsächlich wird Belgien das Recht auf Besteuerung dieser Renten aufgrund des Steuerabkommens zwischen Portugal und Belgien entzogen.

Diese Sonderregelung war den ausländischen Einwohnern vorbehalten und galt nicht für portugiesische Rentner. Letztere haben das sehr schlecht aufgenommen. Sie haben nun ihren Fall gewonnen, da die portugiesische sozialistische Regierung beschlossen hat, von einem System der totalen Befreiung zu einem System der Pauschalbesteuerung von 10% auf das Einkommen ausländischer Rentner zu wechseln.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gilt diese Änderung nur für diejenigen, die ab dem 1. Dezember 2019 nach Portugal gezogen sind oder die noch dorthin ziehen.

Nach Angaben von L'Echo sollen sich etwa 3.200 belgische Rentner in Portugal niedergelassen haben.

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