Arbeitslosenzahl in Flandern auf dem niedrigsten Stand seit 20 Jahren

Die Arbeitslosigkeit im belgischen Bundesland Flandern liegt derzeit bei 5,9 %. Damit ist die Zahl der Arbeitsuchenden im Januar um 4,4 % gegenüber dem gleichen Monat im Vorjahr gesunken, wie Landesarbeitsministerin Hilde Crevits (CD&V) dazu mitteilte. Doch einmal mehr sind die Zahlen in den verschiedenen Altersgruppen unterschiedlich. Doch ein Konkurs eines Unternehmens in Mechelen bringt neue Arbeitslose.

Im Januar 2020 waren in Flandern genau 184.003 Arbeitsuchende gemeldet. Im Januar 2019 waren dies noch 192.445 Arbeitsuchende. Damit hat die Arbeitslosenquote in Flandern den niedrigsten Stand seit 20 Jahren erreicht. In dieser Quote ist allerdings die Zahl derer, die nicht arbeiten und auch nicht auf der Suche nach einem neuen Arbeitsverhältnis sind, nicht mit einbezogen. Dies können z.B. Frührentner oder arbeitsunfähige Personen sein.

Diese Zahlen sind eine gute Nachricht für die Landesregierung, die in ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben hat, in der laufenden Legislaturperiode 120.000 zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen.

Unterschiede in den Altersgruppen

Innerhalb der Gesamtzahl liegen allerdings unterschiedliche Werte in den diversen Altersgruppen vor. Die Zahl der Arbeitsuchenden in der Altersgruppe der 55- bis 60-Jährigen ging gegenüber Januar 2019 um 18 % zurück, während die der über 60-Jährigen um 20 % anstieg. Gleichzeitig, so Flanderns Arbeitsministerin Crevits, ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die länger als 1 oder 2 Jahre ohne Job sind, wieder leicht gesunken.

Doch im Bereich derer, die bereits seit über 10 Jahren ohne Arbeit sind, gab es eine Steigerung um fast 10 %. Und auch die Zahl der Arbeit suchenden Einwanderer bleibt auf Jahresbases in Flandern weiter konstant. Hier sieht Arbeitsministerin Crevits einen deutlichen Handlungsbedarf.

450 neue Arbeitslose

Der Konkurs des Unternehmens CG Power Systems in Mechelen (Prov. Antwerpen) und Charleroi (Prov. Hennegau) mitsamt seinem Tochterunternehmen CG Holdings sorgt in Flandern für 450 zusätzliche Arbeitslose auf einen Schlag. Am Standort Charleroi verlieren 70 Mitarbeiter ihren Job.

Das Handelsgericht Mechelen erklärte das Unternehmen, dass sich auf die Herstellung von Transformatoren für z.B. Bohrtürme spezialisiert war, am Montag für bankrott. CG Power Systems hatte bereits seit einigen Monaten finanzielle Probleme. Im vergangenen Jahr stolperte das indische Mutterhaus des Unternehmens über einen Betrugsfall, weshalb die Banken den Geldhahn dichtdrehten.

Dieser Fall zog die belgische Unternehmenstochter, das frühere Unternehmen Pauwels Trafo, mit in den Konkurs. Jetzt übernimmt ein Konkursverwalter-Duo die Geschäfte und versucht einen Übernahmekandidaten zu finden. Derweil können sich die betroffenen Mitarbeiter in eine Auffanggesellschaft aufnehmen lassen.