Belgiens Außenminister besucht die kurdischen Behörden im Irak

Belgiens geschäftsführender Außenminister Philippe Goffin (MR - Foto) ist am Montag zu einem unangekündigten Besuch im kurdischen Teil Iraks angekommen. Nach einer Meldung regionaler Medien wurde Goffin in Erbil von seinem dortigen Amtskollegen Safeen Dizayee begrüßt.

Außenminister Goffin wurde von seinem Amtskollegen der autonomen kurdischen Region im Irak auf dem Flughafen von Erbil, der Hauptstadt dieser Region empfangen. Im Laufe des Montags traf Goffin auch bereits mit dem dortigen Ministerpräsidenten Masrour Barzani zusammen und es ist ein Gespräch mit Präsident Nechirvan Barzani geplant. Nach einer Meldung des regionalen Medienunternehmens Rudaw in Erbil besprach die belgische Delegation mit den kurdischen Behörden „regionale Fragen“.

Möglicherweise steht der Besuch Goffins in Erbil in Zusammenhang mit Kindern von belgischen IS-Kämpfern und deren Angehörigen, die sich in kurdischen Lagern im Norden des Nachbarlandes Syrien aufhalten.

Belgiens geschäftsführende Premierministerin Sophie Wilmès (MR) hatte in der vergangenen Woche in der Ersten Kammer im belgischen Bundesparlament angedeutet, dass unser Land seine diplomatischen Bemühungen steigern werde, falls die syrisch-kurdischen Behörden nicht von ihrem Standpunkt abrücken, dass Belgien nicht nur diese Kinder, sondern auch die IS-Kämpfer und deren Frauen zurück ins Land holen.

Die geschäftsführende belgische Bundesregierung legte unlängst Berufung gegen ein Urteil ein, das unser Land dazu verpflichtet, neben den Kindern von IS-Kämpfern und deren Mütter zu repatriieren. Seit mehreren Tagen hält sich auch ein belgischer Diplomat in der Region auf, der versuchen soll, die Rückkehr der betroffenen Kinder vorzubereiten.

Ein Problem dabei ist, dass für diese Rückführung der Einsatz von belgischen Soldaten vonnöten ist, doch diese dürfen Syrien nicht betreten. Grund dafür ist u.a., dass belgische Truppen drei Jahre lang an der Anti-IS-Koalition teilgenommen hatte und dabei kurdische Kämpfer ausgebildet hatte. Offenbar halten sich noch stets einige belgische Verbindungsoffiziere im Rahmen der US-geführten Anti-IS-Koalition im irakischen Kurdistan zu Ausbildungszwecken auf.