Premierministerin Wilmès besucht Kongo: Erster Besuch dieser Art seit 10 Jahren

Belgiens geschäftsführende Premierministerin Sophie Wilmès (MR - Foto) ist am Mittwoch zu einem Besuch der Demokratischen Republik Kongo nach Kinshasa aufgebrochen. Dieser Besuch soll die wiedererwachte Freundschaft zwischen Belgien und seiner ehemaligen Kolonie beflügeln. Wilmès reist in Begleitung von Entwicklungsminister Alexander De Croo (Open VLD) und dem Minister für Außenhandel, Pieter De Crem (CD&V) in die kongolesische Hauptstadt. 

Diese hochrangige belgische Regierungsdelegation wird u.a. den kongolesischen Präsidenten Félix Tshisekedi treffen sowie weitere führende Politiker und Geschäftsleute des Landes. Daneben werden einige Städte und von Belgien begleitete Projekte im Landesinneren aufgesucht. Der Besuch wird mit einer Teilnahme an den Feierlichkeiten zur Wiedereröffnung des belgischen Konsulates in Lubumbashi abgeschlossen. Der letzte Besuch eines belgischen Premierministers im Kongo fand vor 10 Jahren statt, als Premier Yves Leterme (CD&V) an den Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag des Unabhängigkeit Kongos nach Kinshasa teilgenommen hatte. Leterme flog damals gemeinsam mit König Albert II. und Königin Paola in die ehemalige Kolonie.

Dieser Besuch soll die schwere diplomatische Krise zwischen Belgien und Kongo definitiv beschließen. Die Probleme zwischen Brüssel und Kinshasa nahmen ihren Lauf nach der Annullierung der Präsidentschaftswahlen Ende 2016 durch den damaligen Präsidenten Joseph Kabila, die zu gewalttätigen und blutigen Unruhen im ganzen Land geführt hatten. Auch die letzten Präsidentschaftswahlen im Kongo, aus denen der bis dahin in Belgien lebende neue Präsident Tshisekedi hervorgegangen war, stießen u.a. wegen eines eklatanten Mangels an demokratischer Transparenz auf Kritik aus Belgien und doch wählte die geschäftsführende belgische Regierung eine pragmatische Herangehensweise und setzte auf Entspannung sowie eine neue pendel-diplomatische Gesprächsbereitschaft.

Im Januar war Belgiens geschäftsführender Außenminister Philippe Goffin (MR) in den Kongo gereist. Dies war der erste Besuch eines belgischen Regierungsmitglieds in der Demokratischen Republik Kongo seit November 2017, als Goffins Vorgänger Didier Reynders (MR) das zentralafrikanische Land besuchte. Im September 2019 hatte Präsident Tshisekedi seinerseits bereits Belgien einen Besuch abgestattet. Er war seinerzeit der erste kongolesische Präsident nach 12 Jahren, der unser Land besuchte. Ganz nebenbei: Wilmès und Tshisekedi sprachen vor einigen Tagen bereits am Rande des Weltwirtschaftsgipfels in Davos miteinander. Das belgische Regierungsflugzeug führt übrigens 2,5 Tonnen humanitäre Hilfsgüter an Bord, die belgische NGO’s zwei Stiftungen im Kongo zukommen lassen.