Erneuerbare Energien: Belgien wird 2020-Ziele wohl nicht einhalten

Belgien wird den 13%-Anteil erneuerbarer Energien am Verbrauch 2020 nicht erreichen. Der 13%-Anteil ist das Ziel, das die EU im Kampf gegen den Klimawandel für Belgien vorgesehen hat. Nach einem Bericht, der von den Grünen konsultiert wurde, weise das Wirtschaftsministerium auf ein Problem hin. So habe Energieministerin Marie-Christine Marghem in ihrer Prognose für 2020 die Nutzung von drei Offshore-Windparks berücksichtigt, die jedoch erst 2021 voll in Betrieb gehen werden, berichten die Zeitungen De Morgen und Le Soir an diesem Donnerstag.

Nimmt man diese drei Windparks aus den Berechnungen heraus, so fehlten Belgien 1.500 Gigawattstunden (GWh) grüne Energie, um die für 2020 von der EU festgesetzten Ziele zu erreichen. Dies entspricht einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 425.000 Familien.

Der Ecolo-Abgeordnete Samuel Cogolati spricht in Le Soir von einer „großen Fehlkalkulation" der Bundesministerin für Energie. In ihrem Kabinett wiederum weigere man sich, über Fehler der Bundesregierung zu sprechen, so De Morgen.

"Meines Wissens sind hierfür bisher noch keine Bußgelder für diese Art von Dingen ausgestellt worden", so ihr Sprecher über die Nichteinhaltung der Ziele für erneuerbare Energien.

Schon seit langem wissen wir, dass die flämische Regierung die Klimaziele bis 2020 nicht holen wird. Sollte nun die föderale Regierung auch noch bei den Zielen zurückliegen, haben wir hierzulande tatsächlich ein Problem. Brüssel und Wallonien müssten diese „Lücke“ kompensieren. Europa interessiert sich nämlich lediglich für den gesamten belgischen Klimaplan: hier werden die Maßnahmen der Regionen und der föderalen Ebene zusammengefügt.

Nun könnte Belgien nach europäischen Regeln bei anderen europäischen Mitgliedstaaten grüne Energie einkaufen. Doch das wird teuer. Die Länder, die einen Überschuss haben, haben schon zuvor zu verstehen gegeben, dass sie beim Verkauf eher zurückhaltend seien.

Sollte ein Mitgliedstaat es nicht schaffen, seinen Mangel zu kompensieren, kann Europa ein Bußgeld verhängen.

Das Ambitionsniveau für das Jahr 2030 ist laut Empfehlungen der Kommission für Belgien übrigens noch weitaus höher: so empfiehlt die Kommission einen Anteil erneuerbarer Energien von mindestens 25 % als Belgiens Beitrag zum Unionsziel für erneuerbare Energien bis 2030.

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