Angèle ausgezeichnet, Jambon ausgebuht

Mit 5 Mias - das sind die flämischen Musikpreise - wurde die Brüsseler Sängerin Angèle am gestrigen Donnerstagabend ausgezeichnet. Sie konnte ihre Preise zwar nicht persönlich entgegennehmen, weil sie derzeit in Frankreich auf Tournee ist, ließ aber wissen, wie sehr sie sich freue, dass sie auch in Flandern so viele Fans habe. Flanderns Ministerpräsident Jan Jambon, der ihr die Preise ausreichen sollte, wurde hingegen ausgebuht.

Ganze 5 Auszeichnungen, darunter die für den besten Pop und Hit des Jahres, bekam Angèle. Andere Künstler hatten weniger Glück: so gingen „Zwangere Guy“ und Brihang trotz vieler Nominierungen mit leeren Händen aus.

Angèle Van Laeken (24), Tochter einer Künstlerfamilie, die in Linkebeek in der Nähe von Brüssel aufgewachsen ist, wird inzwischen schon als der „neue Stromae“ von Belgien bezeichnet - auch Stromae ist in Brüssel aufgewachsen und genoss einen schnellen Erfolg. In Frankreich ist die Sängerin Angèle übrigens ebenfalls erfolgreich.

Peinlicher Moment für flämischen Ministerpräsidenten Jan Jambon

Doch der Erfolg von Romeo Elvis' Schwester hat sicherlich nicht den Erfolg von Jan Jambon widergespiegelt, ganz im Gegenteil. Als der flämische Ministerpräsident die Bühne betrat, um Angèle (die nicht im Palais 12 anwesend war) den Preis "Lied des Jahres" zu überreichen, erntete der flämische Nationalist Buh-Rufe aus dem Publikum. 

Ein peinlicher Moment für den Mann, der auch Kulturminister in Flandern ist. Diese öffentliche Abneigung überrascht jedoch kaum. Die flämische Kulturwelt ist seit einigen Monaten in Aufruhr. Jan Jambons Entscheidung, die Subventionen in diesem Sektor um 6% zu reduzieren, bei Projektsubventionen sogar bis zu 60%, ist bei vielen Kulturschaffenden und Kulturfans gar nicht gut angekommen. Doch Jambon hat trotz scharfer Kritik keinen Rückzieher gemacht. Er rückte von seiner festgelegten Vorgehensweise nicht ab. Eine Entschlossenheit, die, wie wir am Donnerstagabend festgestellt haben, viele verärgert.

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