Wie erreiche ich, dass sich mehr ältere Menschen gegen Grippe impfen lassen?

Nur etwas mehr als die Hälfte der über 65-Jährigen, die noch zu Hause leben (53%, um genau zu sein), sind gegen die Grippe geimpft. Das geht aus Untersuchungen der sozialistischen Krankenkasse hervor. Diese Zahl liegt weit unter dem Ziel der Weltgesundheitsorganisation, mindestens 75% der älteren Menschen zu impfen.

Die sozialistische Krankenkasse hat festgestellt, dass nur 53% ihrer  Mitglieder in der Altersgruppe ab 65 Jahre während der letzten Grippesaison gegen Grippe geimpft wurde.

Heute muss ein Patient, der sich gegen Grippe impfen lassen möchte, zum Arzt gehen, um sich ein Rezept ausstellen zu lassen, danach zum Apotheker, um den Impfstoff zu erhalten, und dann wieder zum Arzt, um ihn sich verabreichen zu lassen. Das sollte einfacher gehen, damit das 75%-Ziel  der Weltgesundheitsorganisation besser erreicht wird.

Menschen ab 65 Jahre oder älter sollten sich möglichst gegen Grippe impfen lassen, weil sie eine so genannte Risikogruppe darstellen. Wenn sie Grippe haben, können schwere Komplikationen wie eine Lungenentzündung folgen oder im schlimmsten Fall können sie daran  sterben. Doch nach Untersuchungen der sozialistischen Krankenkasse ist nur die Hälfte der über 65-Jährigen, die zu Hause leben, gegen Grippe geimpft.

Paul Callewaert von der sozialistischen Krankenkasse betonte in der VRT, dass es zwei Probleme gebe: Erstens gebe es die Gruppe Menschen, die das Risiko nicht ernst genug nehmen würde. Sie sollten auf verschiedene Art und Weise sensibilisiert werden. Andererseites sei die Schwelle für diese Impfung zu hoch. Der Patient müsse zu viele Schritte unternehmen, um sich impfen zu lassen. Das gehe einfacher, so Callewaert.

Die Wege vom Arzt zum Apotheker und wieder zum Arzt könnten abgekürzt werden, heißt es bei der Krankenkasse. Für die Risikogruppe, die über 65-Jährigen, die noch zu Hause wohnen, könnte der Arzt dem Apotheker direkt ein elektronisches Rezept zukommen lassen. Der Patient würde darüber informiert und der erste Schritt zum Hausarzt fiele schon mal weg. Der Patient könnte, ohne dass er zunächst beim Hausarzt vorbeigehen muss, seinen Impfstoff in der Apotheke abholen.

An sich sei das  keine schlechte Idee, findet die Vereinigung von Allgemeinmedizinern. Doch sollte viel mehr zusammengearbeitet werden. „Wir plädieren für ein regionales Vorgehen“, so Dr. Roel Van Giel von der Vereinigung für Hausärzte, Domus Medica. Arzt, Apotheker und Pfleger, die die Menschen zu Hause betreuen, sollten in ihrer Regionen nachgehen, wie sie den Impfgrad am besten erhöhen können.

Eine Möglichkeit wäre die Organisation von groß angelegten Impfmomenten oder Impftagen.