Drongen

"Ciara" sorgt für erste Schäden in Belgien

Seit den Mittagsstunden am Sonntag weht der Wind in Flandern aus Richtung Küste her stärker und stärker und die ersten Schäden werden gemeldet. Dabei handelt es sich bisher aber lediglich um leicht beschädigte Dächer und um umgeknickte Bäume. Lokal müssen Polizei und Feuerwehr vereinzelt ausrücken, weil umherfliegende Gegenstände eingesammelt werden müssen. Schäden werden vor allem aus dem Raum Mechelen (Prov. Antwerpen), Provinz Limburg und vereinzelt auch schon aus Brüssel gemeldet. In Gent stürzte ein komplettes Baugerüst ein, was ein Nachbar filmen konnte.

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Inzwischen melden die lokalen Behörden in Antwerpen, dass die Schleusen und Wehre, die die Innenstadt vor der für Montag erwarteten Springflut schützen sollen, schon ausgefahren wurden. Der Sturm „Ciara“ der aus Richtung Westen unser Land erreicht hat, sorgte in den Nachmittagsstunden lokal schon für Sachschäden, z.B. an Dächern, an Wartehäuschen für Busse und Bahnen und sogar an einem Polizeiwagen, der unter einem Baum begraben wurde.

Auch in Wallonien werden die ersten Schäden gemeldet. In der Provinz Hennegau knickten Bäume, Laternenpfähle und Werbeschilder ab. Davon waren die Gemeinden Châtelineau, Gerpinnes und Marchienne-au-Pont betroffen. Ähnliches wurde am Nachmittag auch aus dem Lütticher Raum gemeldet. In verschiedenen Regionen wurden Autobahnen und Schnellstraßen kurzzeitig von abgebrochenen Ästen und umgeknickten Bäumen unterbrochen.

Derweil nehmen die Windgeschwindigkeiten zu. Am Pier von Zeebrügge wurden am Mittag 108 km/h gemessen und zwei Stunden später noch 104 km/h. An der KMI-Wetterstation in Ukkel bei Brüssel und in Humain bei Marche-en-Famenne in der Provinz Luxemburg wurden 97 bzw. 94 km/h gemessen. An den anderen Wetterstationen des Königlichen Meteorologischen Instituts blieben die Werte bis gegen 15 Uhr 30 unter 90 km/h.

Auswirkungen auf den Bahnverkehr

Seit etwa 15 Uhr folgen auch die ersten Meldungen von Störungen durch „Gegenstände auf den Gleisen“ und zu Bäumen, die den Bahnverkehr unterbrechen. Auch internationale Verbindungen, wie z.B. die nach Frankreich und in die Niederlande sind betroffen. Hier meldet die Bahngesellschaft NMBS/SNCB Verspätungen durch „schlechte Witterungsumstände“.

Die Bahn hat am Sonntagnachmittag auch angeordnet, dass die Züge, die auf den belgischen Hochgeschwindigkeitsstrecken unterwegs sind (Thalys, ICE, Eurostar und einige Inlands-IC-Züge) dort nicht schneller als 160 bis 170 km/h fahren dürfen, bis der Sturm vorbei ist (also im Laufe des Montags). Normalerweise dürfen die hier zugelassenen Züge bis 200 km/h fahren.

Die Einschränkung betrifft in erster Linie die Schnellbahnstrecken Lüttich-Löwen und Brüssel-Frankreich. Dadurch haben einige Züge einige Minuten Verspätung. Die entsprechenden Strecken zwischen Belgien und den Niederlanden wurden von der niederländischen Bahngesellschaft NS gesperrt. Hier sind die Züge auf den normalen Strecken unterwegs.

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