Belgiens berühmteste Prostituierte will jetzt Philosophie an der Uni Löwen studieren

Sigrid Schellen, die belgische Prostituierte, die Millionen von Fernsehzuschauern einen Einblick in ihr Leben gewährt hat, hat sich für ein Philosophie-Studium an der Universität Löwen angemeldet.  Die junge Frau sagt, dass es ihr leicht fallen werde, Beruf und Studium unter einen Hut zu bringen.

Sigrid Schellen wurde bekannt, nachdem sie 2019 in der VRT über ihr Leben als Prostituierte berichtete. Sie kritisierte die scheinheilige Politik Belgiens, die zwar Prostituierten ihre Tätigkeit nicht direkt verbiete, jedoch keinerlei Rechtsrahmen für die Ausübung dieser Tätigkeit geschaffen habe. So führt Sigrid ihr Metier offiziell unter der Berufsbezeichnung Masseurin. Jeder, der einer Prostituierten helfe, zum Beispiel bei der Buchhaltung oder der Vermietung eines Zimmers, mache sich strafbar in Belgien. Auch werben dürfe sie für ihre Tätigkeit nicht. Der Straßenstrich ist in Belgien ebenfalls verboten.

Die 32-jährige Prostituierte aus Limburg hatte über all dies im VRT-Fernsehen berichtet. Auch davon, dass es Prostituierte gebe, die dazu gezwungen würden. Nur sie eben nicht. Sie mache das alles aus Liebe zu ihrer Arbeit, erklärte sie damals. Diese Seite der Branche gebe es auch. Es sei ein Traum.  "Ich bestimme meinen Arbeitsrhythmus und ich tue nichts, was ich nicht will.  Idealerweise kann man das mit dem Muttersein kombinieren", so die Mutter einer kleinen Tochter.

Sigrid liebe ihre Arbeit immer noch, aber jetzt wolle sie mehr vom Leben, sagt sie inzwischen. "Ich wollte schon immer Philosophie studieren, und jetzt kann ich das machen!  Mein Beruf ist flexibel und lässt sich gut mit meinem Studium kombinieren."

"Ich muss nach meinen Unterrichtsstunden an der Universität Löwen arbeiten.  Ich brauche ein Einkommen.  Zum Glück habe ich meine Familie, die mir z.B. durch die Betreuung meiner Tochter helfen will."

Sigrid betont, sie verstehe, dass sich immer mehr Studenten für die "Sexarbeit" entscheiden würden, um ihr Studium zu bezahlen: Wenn man merke, dass man in einer Stunde mehr verdienen könne als an einem ganzen Wochenende, dann wisse man, warum man sich dafür entscheide, so die Flamin.

Meist gelesen auf VRT Nachrichten