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Belgien ist der sechstgrößte europäische Nutzer von Versuchstieren

Belgien steht auf Platz sechs der europäischen Mitgliedstaaten mit der höchsten Anzahl von Tieren, die für die wissenschaftliche Forschung genutzt werden. Belgien gehört auch zu den fünf größten europäischen Anwendern von Testhunden und nimmt Platz sechs ein, was die höchste Anzahl von Tests, bei denen die Tiere starke Schmerzen erleiden, betrifft. Dies zeigt eine Analyse der Tierrechtsorganisation Gaia auf der Grundlage eines aktuellen Berichts der Europäischen Kommission für die Jahre 2015 bis 2017.

Es seien keine Zahlen, auf die man stolz sein könne, reagiert Gaia-Präsident Michel Vandenbosch.

In der Europäischen Union wurden im Jahr 2017 9,39 Millionen Labortiere für die wissenschaftliche Forschung genutzt, 60 % davon waren Mäuse. In Belgien wurden in diesem Jahr 511.194 Tiere verwendet, gegenüber 534.854 im Jahr 2016. Damit ist es nach dem Vereinigten Königreich, Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien das sechste europäische Land mit der höchsten Anzahl von Labortieren für die Forschung.

Hunde werden in diesem Land auch relativ häufig für die wissenschaftliche Forschung eingesetzt. Mit 1.856 Testhunden im Jahr 2017 landet Belgien in Europa auf dem fünften Platz. Frankreich liegt mit dem Einsatz von 4.096 Testhunden an der Spitze der Länder.

In der Kategorie der Anzahl der Versuchstiere, die bei diesen Versuchen starke Schmerzen erleiden, zählen wir in Belgien 82.536 Tiere. Dies ist die fünfthöchste Zahl in Europa nach Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Italien. Der Bericht zeigt, dass diese Zahl von 18,10% der Tierversuche im Jahr 2016 auf 16,5% im Jahr 2017 gesunken ist. Dieser Prozentsatz ist immer noch viel höher als der europäische Durchschnitt von 10 %, aber laut der Europäischen Kommission sei dies auf die Forschungsbereiche zurückzuführen, die die Universitäten hierzulande abdeckten, wie die Onkologie, die Forschung über das Immunsystem und Forschungen zum Nervensystem.

"Ein wichtiges Ziel der inzwischen zehn Jahre alten Tierversuchsrichtlinie ist der Ersatz von Versuchstieren durch die Reduzierung, Verfeinerung und Ablösung von Forschungsmethoden. Experimentelle tierversuchsfreie Forschung ist als Ziel in der Richtlinie enthalten. Zehn Jahre später hat es den Anschein, als sei wenig oder nichts damit passiert", so der Gaia-Vorsitzende Michel Vandenbosch.

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