Nach "Ciara": Aalst lässt Park verwildern, Knokke muss Sand anführen

Überall im Land sorgte das Sturmtief „Ciara“ für kleine und große Probleme. In Aalst sucht man das Positive und will einen Stadtpark, in dem Bäume umgeknickt sind, mehr oder weniger so lassen und in Knokke müssen Millionen Sand an den Strand gebracht werden. Auch dort sorgte die Springflut am vergangenen Montag für gefährliche Klippen.

„Wir müssen die Natur ihren Gang gehen lassen.“ Dies sagt Bart Backaert, Naturschützer und Gemeindearbeiter in der ostflämischen Stadt Aalst (Foto oben). Auch dort wütete der Sturm „Ciara“ am Sonntag und am Montag und er blies Bäume um oder sorgte für zahllose abgebrochene Äste. Auch wenn einige sehr alte Bäume betroffen sind, glaubt Backaert, dass der Sturm auch eine positive Seite hatte: „Das jetzt all diese Äste hier liegen, ist eine Art natürliche Beschneidung. Nichts und niemand kann das besser als die Natur.“

Man werde abgebrochene Äste von den Wegen im Park wegräumen, damit das Ganze nicht chaotisch aussieht: „Wir wollen den Park für die Besucher so angenehm wie möglich gestalten. Darum legen wir alle Äste auf einen Haufen und machen die Wege frei. Der Park muss schließlich unterhalten werden.“

Backaert ist übrigens begeistert über die Kraft der Bäume und auch über die Fähigkeit der Vögel, auf ein Unwetter, wie „Ciara“ zu reagieren: „Das sind eigentlich echte Architekten. Sie suchen sich bewusst die Bäume aus, auf denen sie ihre Nester bauen. Ich kann es fast nicht glauben, doch alle Nester haben dem Sturm standgehalten.“ Vögel und Bäume, so der Naturschützer aus Aalst, leben und passen sich genau wie die Menschen den Jahreszeiten einfach an… 

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Aufräumen im Stadtpark von Aalst

Knokke braucht Sand für den Strand…

Der Küstenbadeort Knokke hingegen muss mit einem enormen Problem fertig werden. Das Sturmtief „Ciara“ hat enorme Mengen Sand vom Strand weg zurück in die Nordsee gezogen (Foto unten). Jetzt muss die Stadtverwaltung die größte Sandzufuhr der letzten 40 Jahre auf die Beine stellen. Hier müssen zur Verstärkung der Küstenbefestigung rund 5 Millionen Tonnen Sand herangeschafft werden. Aber, diese Aktion war ohnehin geplant, fällt jetzt aber früher und umfassender aus.

Eine Hälfte dieses Sandes wird sichtbar am Strand selbst verteilt, doch die andere Hälfte muss in den Niedrigwasserbereich vor dem Stand und den Sandbänken gebracht werden, wie Steve Timmermans von der flämischen Landesagentur für maritime Dienstleistung und Küste dazu angibt: „Der Sand kommt aus den Niederlanden. In Terneuzen wird eine neue Seeschleuse gebaut und dort werden große Mengen an Sand frei. Das kommt uns sehr entgegen und ist eine echte Win-Win-Situation.“ 

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