Umstrittene Vergabe der TV-Rechte für die Vermarktung des Profifußballs an Eleven-Sports

Der TV-Sender Eleven-Sports hat sich für eine Summe von 103 Mio. € die Rechte für die Erstausstrahlung und die Übertragung von Spielen im belgischen Profifußball gesichert. Noch nie wurde dem belgischen Profi-Verband Pro League eine so hohe Summe für ihre Medienrechte geboten. Doch ist diese Vergabe umstritten und gleich zwei belgische Erstliga-Vereine machen bei dem Deal nicht mit.

Bisher wurden die Spiele der ersten und der zweiten belgischen Liga von den Sendern und Multimedia-Plattformen Proximus, Telenet und Voo übertragen, doch bei der neuerlichen Vergabe der Rechte gingen diese Unternehmen leer aus. Am Mittwoch beschloss der Verwaltungsrat des Verbandes der belgischen Profifußballvereine Pro League, das Angebot von Eleven-Sports anzunehmen und konnte damit 103 Mio. € einstreichen.

Doch die Unterschriften auf dem Vertrag waren kaum getrocknet, da drohe schon Ungemach. Zuerst gab der Erstligist KAA Gent bekannt, dabei nicht mitzumachen und seine Rechte selbst zu vermarkten. Der Vorstand von Gent hegt ernste Zweifel an der tatsächlichen Finanzstärke von Eleven-Sports und glaubt nicht wirklich an ein dauerhaftes gesichertes Verdien-Modell dieses eher kleinen TV-Senders.

Muss der Deal neu verhandelt werden?

Doch damit nicht genug. Kurz darauf meldete sich Antwerp FC, besser bekannt als „Great Old“ und der erste belgische Profi-Fußballverband mit der Stammnummer 1. Die Antwerpener sind mit dem Verteilerschlüssel der neuen Rechtevergabe nicht einverstanden und geben zu verstehen, dass sie aus diesem riesigen Topf ganz einfach mehr Einnahmen haben wollen.

Dadurch stellt sich folgendes Problem: KAA Antwerpen und Antwerp FC vermarkten ihre TV-Rechte erst einmal selbst. Doch ist Eleven-Sports jetzt noch bereit dazu, 103 Mio. € für die Fußballrechte auf den Tisch der Pro League zu legen, denn das Medienunternehmen verhandelte über die Rechte von 24 belgischen Proficlubs und nicht nur über 22 Vereine. Jetzt muss die Profiliga sowohl mit Eleven-Sports, als auch mit Antwerp und Gent verhandeln. Ob diese Verhandlungen ebenso lang andauern werden, wie die Regierungsbildung in Belgien sei dahingestellt. Aber, zum Start der Saison 2020-2021 sollte alles in trockenen Tüchern sein.