Viele Brüsseler Gemeinschaftsschulen haben ein Asbest-Problem

In 8 von 10 Gebäuden, die zu den Gemeinschaftsschulen in Brüssel gehören, ist Asbest vorhanden. Dies meldet die belgische Presseagentur Belga nach einer Umfrage. Die Schulgruppe des niederländisch-sprachigen Gemeinschaftsunterrichts in Brüssel fordert von den Behörden Zuschüsse, um die Beseitigung von Asbest besser finanzieren zu können. 

Asbest wurde bis in die 1990er Jahre hinein noch als isolierendes Baumaterial verwendet, doch inzwischen ist dieser Baustoff auch in Belgien verboten, denn er gilt als krebserregend. Doch in vielen alten Gebäuden, auch in Schulen, ist noch Asbest vorhanden. Davon betroffen sind auch 8 von 10 Schulgebäuden des flämischen Gemeinschaftsunterrichts in der Hauptstadt Brüssel.

Im vergangenen Jahr wurde in 6 der rund 100 Gebäude dieser Brüsseler Schulgruppe Asbest entfernt, allerdings lediglich im Rahmen von Renovierungs- und Unterhaltsarbeiten, doch dies ist nur die Spitze des Eisbergs, wie Karin Struys, die Sprecherin des Gemeinschaftsunterrichts in Brüssel angibt: „Ein Plan für Arbeiten zur Asbestentfernung liegt nicht fest. Nur im Falle von Risiken wird sofort eine Beseitigung durchgeführt.“

Jährlich investieren die flämischen Gemeinschaftsschulen in Brüssel rund 70.000 € in die Beseitigung von Asbest im Zuge von anderen Arbeiten: „Die Schulgruppe kann hierbei aber nur in geringem Maße auf öffentliche Zuschüsse zurückgreifen. Leider können wir auf die zusätzlichen Mittel der flämischen Abfallbeseitigungsgesellschaft OVAM nicht zählen, denn diese werden nur in Flandern vergeben. Es wäre deshalb nicht schlecht, wenn die Brüsseler Umweltbehörde auch den niederländisch-sprachigen Gemeinschaftsschulen extra Zuschüsse gewähren würde.“

Eigentlich müssen alle Schulgebäude in Brüssel und auch in Flandern bis 2040 vollständig asbestfrei sein. Das flämische Gemeinschafts-Schulwesen in Brüssel setzt alles daran, dies schon früher zu schaffen, doch dazu sind zusätzliche Mittel nötig, die sowohl von der Region Brüssel-Hauptstadt, als auch von der flämischen Landesregierung zur Verfügung gestellt werden müssen.  

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