Zechprellerin, die mehr als 120 Mal zuschlug, wird in der Psychiatrie zwangsinterniert

Eine ältere Frau, die jahrelang Gastronomiebetriebe verließ, ohne die Rechnung für ihre Bestellung zu zahlen, wird jetzt auf richterliche Anordnung interniert. Die Frau wurde bereits zu einer jahrelangen Haftstrafe verurteilt, aber laut einem Gerichtspsychiater ist sie psychisch krank.

Die Frau schlug mehr als 120 Mal zu. Sie bestellte eine einfache Mahlzeit, z.B. einen Croque-Monsieur oder Käsekroketten, mit einem Cognac, Kaffee oder Erfrischungsgetränk. Immer wenn die  Rechnung kam, konnte sie nicht bezahlen. Da sie hauptsächlich an der Küste zuschlug, wurde sie als "der Schrecken der flämischen Küstengastronomie" bezeichnet. Mehrmals wurde  sie  für ihre Straftaten verurteilt und im Juli letzten Jahres auch inhaftiert. Insgesamt muss sie Haftstrafen von mehr als 100 Monaten absitzen.

In Gent stand sie wegen fünf neuer Fälle vor Gericht. Während des Prozesses beschloss das Gericht, die Frau von einem Gerichtspsychiater untersuchen zu lassen. Der kam zu dem Schluss, dass sie an einer chronischen psychotischen Störung leidet und deshalb nicht zurechnungsfähig ist. Deshalb wird die Frau jetzt zwangsinterniert. Das bedeutet, dass sie in der Psychiatrie eines Gefängnisses oder in einer psychiatrischen Einrichtung behandelt wird.

Peter Gonnissen, der Anwalt der Frau, stimmte einer Internierung zu. "Die Frau braucht Hilfe, keine Gefängnisstrafe. Sie lebt auf einem anderen Planeten", sagte der Anwalt. Der Staatsanwalt beantragte auch die Internierung. "Der Psychiater entscheidet, dass die Frau zum Zeitpunkt der Tat psychisch krank war und immer noch ist. Der Sachverständige empfiehlt deshalb die Aufnahme in ein Forensisches Psychiatrisches Zentrum".