Belgisches "Mörderpaar" wird von der Elfenbeinküste an Belgien ausgeliefert

Hilde Van Acker aus Sint-Niklaas ist die einzige Frau aus Belgien, die auf der „Most Wanted“-Liste von Europol geführt wird. Sie wird seit 1996 gesucht, nach dem sie mutmaßlich gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Jean-Claude LaCote, ein notorischer Betrüger, einen britischen Geschäftsmann in De Haan an der belgischen Nordseeküste ermordet hat. Beide (Foto oben) befanden sich bereits in Haft, wurden aber aus Mangel an Beweisen wieder laufengelassen. Danach floh das Paar nach Südafrika, zog aber zur Elfenbeinküste weiter. 

Das Paar ist auch des mehrfachen Betrugs verdächtig und wurde in Belgien in Abwesenheit 2011 zur lebenslanger Haft wegen des Mordes an dem Briten verurteilt. Diesen haben Van Acker und LaCote seinerzeit offenbar um viel Geld „erleichtert“ und er musste verschwinden, weil er ihnen auf die Schliche gekommen war.

Seit dem Urteil aus dem Jahr 2011 steht das Paar auf der „Most-Wanted“-Liste des FAST-Teams der belgischen Bundespolizei, eine Art „schnelle Eingreiftruppe“ für heikle Ermittlungen und Festnahmen. Europol nahm Van Acker vor einiger Zeit in eine eigene „Most Wanted“-Liste auf, die vor allem Frauen aufführt.

Ende November 2019 war die seit 23 Jahren andauernde Flucht von Van Acker und LaCote zu Ende, als das Paar an der Elfenbeinküste festgenommen werden konnte. Sofort danach stellte die belgische Justiz dort einen Auslieferungsantrag, dem auch auf Drängen Van Ackers entsprochen wird.

Seine Mandantin leide an Brustkrebs und erhält in der Elfenbeinküste nicht die Behandlung, die sie brauche, so ihr Anwalt Kris Vincke gegenüber VRT NWS: „Ihre größte Sorge ist ihre Gesundheit. Sie braucht Bestrahlungen, die sie dort nicht bekommt.“ Van Acker und LaCote werden noch am Dienstag ausgeflogen und am Mittwoch bei ihrer Landung in Belgien von der hiesigen Justiz „in Empfang“ genommen. 

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