Umweltzonen: Gent will ausweiten, Antwerpen legt erste Zahlen vor

Im Laufe des vergangenen Jahres führten einige belgische Metropolen Umweltzonen ein. Gent in Ostflandern will die Umweltzone in absehbarer Zeit noch erweitern, lässt dies aber auf Machbarkeitsstudien fundieren. Antwerpen legte jetzt die ersten Messergebnisse vor, um zu sehen, ob die dortige Umweltzone Erfolge aufweisen kann.

Der Stadtrat von Gent legte am Montag einen Kompromiss zur Erweiterung der Umweltzone vor. Demnach wird die Umweltzone auf jeden Fall in absehbarer Zeit erweitert, doch wann und wo, sollen Machbarkeitsstudien ergeben. Bisher gilt die Umweltzone in der ostflämischen Provinzhauptstadt überall da, wo Tempo 30 gilt, also im Innenstadtbereich und in einigen angrenzenden Stadtvierteln. Ursprünglich sollte sie auf den gesamten Bereich innerhalb des Genter Außenrings R4 erweitert werden, inklusive dem Hafengebiet von Gent. 

Machbarkeitsstudien

Die Grünen (Groen) forderten dies von Anfang an und konnten alle Koalitionspartner dafür gewinnen, doch jetzt zog die sozialdemokratische SP.A die Bremse an, worauf die liberale Open VLD als dritter Partner in der Genter Mehrheit einging. Die SP.A tritt nach eigenen Angaben für „den kleinen Mann ein“ und fordert, dass die Umweltzone sozial gerecht ausgeführt wird. Aus diesem Grunde werden Machbarkeitsstudien durchgeführt, um zum einen sozial schwache Haushalte nicht zu sehr zur Kasse zu bitten und um zum anderen die wirtschaftlichen Folgen absehen zu können, sprich die entsprechenden Auswirkungen auf das Hafengebiet. 

Antwerpen legt erste Ergebnisse vor

Seit dem 1. Januar 2020 gelten in Gent und in Antwerpen strengere Regeln. So dürfen seit dem nur noch Dieselwagen, die der Euro-Schadstoffnorm 4 entsprechen. Das betrifft im belgischen Bundesland Flandern rund 17 % aller PKW, die dieser Norm nicht mehr entsprechen. Das sich Umweltzonen in gewisser Weise lohnen - auch finanziell, zeigen konkrete Zahlen, die die Stadt Antwerpen jetzt zum ersten Mal vorlegte. Demnach wurden im Januar rund 14.000 Verstöße gegen die Regelungen in der Umweltzone registriert, die geahndet werden. Gleichzeitig konnte der Ausstoß von Ruß in die Umluft um 22 % gesenkt werden, der Feinstaubausstoß um 10 % und die Stickstoffoxyde um 12 %.