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Die alte Brüsseler Börse wird eine offene Galerie und ein "Biertempel"

Die historische Brüsseler Börse im Zentrum der Hauptstadt wird in absehbarer Zeit einer definitiven neuen Bestimmung zugeführt. Sie wird zum einen eine offene Galerie, die für jeden zugänglich sein wird, und zum anderen ein Erlebniszentrum, dass sich mit dem Thema Bier befasst. Flanderns Landesminister für Brüsseler Angelegenheiten, der flämische Liberale Sven Gatz (Open VLD), sagte dazu, dass „Brüssel den Brüsselern die Börse zurückgeben wird.“

Die imposante Brüsseler Börse steht mitten im Herzen der flämischen, belgischen und europäischen Hauptstadt am Boulevard Anspach, quasi im Zentrum der neuen innerstädtischen Fußgängerzone. Erbaut wurde sie zwischen 1868 und 1873 von dem Architekten Léon Suys. Der Bau der Börse war seinerzeit Teil der großen Umgestaltung der Innenstadt, bei der auch der durch Brüssel fließende Fluss Senne fast völlig unter Asphalt und Beton verschwand.

Der neoklassische Stil des Gebäudes mit seinen zahlreichen dekorativen Elementen machen die Börse zu einem der am aufwendigsten verzierten Bauwerke des 19. Jahrhunderts in Brüssel. Besonders hervorzuheben ist das Relief an der Vorderseite, die auf „Belgien - Bewahrer von Industrie und Handel“ hinweist.

Offene und von allen Seiten zugängliche Galerie

Inzwischen hat die Börse als Handelsplatz dieses Gebäude längst verlassen und jetzt soll sie dabei helfen, das Stadtzentrum mit seiner neuen und umfassenden Fußgängerzone aufzufrischen und neu zu beleben. Das Gebäude soll in naher Zukunft stets und für jeden zugänglich sein, so Flanderns Brüsselminister Gatz gegenüber VRT NWS: „Man wird dort einfach vom Großen Markt aus in die Fußgängerzone spazieren können, ohne um das Gebäude herumgehen zu müssen.“ Die Börse wird insgesamt vier Eingänge aufweisen - an jeder der vier Fassaden einer - und diese Eingänge werden alle behindertengerecht ausgeführt. Dazu werden die Tore verbreitert, so Gatz.

Biertempel

Über dieser offenen Galerie, auf dem zweiten Stockwerk, wird ein Erlebniszentrum zum Thema Bier entstehen, womit sich nach Jahren ein alter Traum von Sven Gatz erfüllt, denn dieser hatte eine Zeit lang als Vorsitzender des Dachverbandes der belgischen Brauer schon dafür plädiert, dass diese Börse nach ihrer Nutzung als Handelsplatz dem belgischen Bier gewidmet werden soll. Allerdings wird dies eine Art Museum werden, für dessen Zutritt Eintritt zu zahlen ist, so der Ur-Brüsseler Liberale:

„Etwa 100 belgische Brauereien arbeiten daran mit. Das sind also bei weitem nicht nur die Großen am Markt, die hier sein werden. Ziel ist in erster Linie, dass die Touristen die Kultur unseres belgischen Bieres kennenlernen. Danach kann man auch ein Bier trinken, entweder in der Skybar oben in der Kuppel oder in einem der vielen Brüsseler Cafés.“ Die Umbauarbeiten beginnen schon in diesem Sommer und Anfang 2023 soll die Börse in ihrer neuen Form (siehe auch die Illustrationen hierunter) eröffnet werden.  

Stad Brussel
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