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Ein DNA-Test bestätigt, dass sich in Ostbelgien ein neuer Wolf aufhält 

Das wallonische Wolfsnetzwerk „Réseau Loup en Wallonie“ bestätigt, das der Wolf in der Nacht vom 23. auf den 24. Januar in Xhoffraix, eine Gemeinde bei Malmedy in der Provinz Lüttich ein Schaf gerissen hat. Ob dieser Wolf ein Männchen oder Weibchen ist, sei bislang noch völlig unklar, so Experten des Labors GeCoLab  von der Universität Lüttich (ULiège), die dem toten Schaf  DNA-Proben entnommen haben. 

Den Untersuchungen des GeCoLab zufolge handelt es sich bei diesem Wolf nicht um Akela, der seit etwa Juni 2018 im Hohen Venn auftaucht. Der neu hier eingewanderte Wolf ist offenbar ein Apenninwolf, auch italienischer Wolf genannt. Akela ist ein Wolf  mitteldeutscher Abstammung und ist womöglich aus Deutschland oder aus Polen hierhergekommen.

Jetzt freuen sich die Wolfsexperten in Belgien. Auch die flämische Initiative „Welkom Wolf“ ist an der Entwicklung in Wallonien interessiert. Und im südlichen Belgien lebt außer Akela noch ein weiterer Wolf, der regelmäßig in der Ortschaft Ebly in der Provinz Luxemburg auftaucht und der deshalb auch Ebly genannt wird.

Seit 2018 haben sich fünf unterschiedliche Wölfe in der Wallonie aufgehalten, doch haben sich nur zwei niedergelassen: Akela, der seit Juni 2018 im Hohen Venn an der deutsch-belgischen Grenze lebt und Ebly in Ebly, der sich dort seit Mai 2019 aufhält. Ob es sich bei dem Wolf aus Elby und dem aus Malmedy um das gleiche Tier handeln könnte, erachten die Experten als eher unwahrscheinlich.

Wird Belgien ein Treffpunkt für Wölfe?

Nach Ansicht von Jan Loos von „Welkom Wolf“ könnte sich Belgien zu einer Art europäischer Kreuzung, zu einem Treffpunkt von Wölfen entwickeln. Interessant dabei sei, so Loos, dass es sich dabei um Tiere handelt, die verschiedener Herkunft sind - aus Osteuropa und aus Südeuropa. In Flandern halten sich nachweislich mit Noëlla und August zwei aus dem Osten stammende Tiere auf, die sich offenbar bereits begegnet sind und die vielleicht sogar ein Rudel gründen. Doch auch hier wird ein weiteres Tier vermutet.

Doch dieser Wolf könnte auch der neue aus Ostbelgien sein. Weitere wissenschaftliche Untersuchungen müssen weitere Aufklärung bieten. Inzwischen wird in Belgien an einem Wolfsplan gearbeitet, der den Umgang mit diesen Raubtieren regeln soll. Schon jetzt werden alle Landwirte und Schäfer entschädigt, bei denen Wölfe Vieh gerissen haben und die jeweiligen Landesbehörden bieten finanzielle Unterstützung beim Bau von Schutzzäunen, um Herden vor Wölfen zu schützen.