EU-Abgeordnete warnen vor Antisemitismus beim Karneval von Aalst

Die EU-Abgeordneten, die zur Arbeitsgruppe gegen Antisemitismus im europäischen Parlament gehören, machen sich große Sorgen um den Karneval von Aalst in Ostflandern. Sie rufen die Stadt Aalst in einem offenen Brief dazu auf, Maßnahmen zu ergreifen, „so dass der Aalster Karneval keine Plattform für Antisemitismus und Hass bleibt.“

Im vergangenen Jahr hatte die Aalster Karnevalsgruppe „De Vismooil’n“ international für Aufruhr gesorgt, als sie mit einem Karnevalswagen am dortigen Rosenmontagszug teilnahmen, auf dem Figuren zu erkennen waren, die orthodoxe Juden auf besonders klischeeartige Weise darstellten. Daraufhin reichten zahlreiche jüdische Verbände Klage ein, die EU-Kommission reagierte ungehalten und die Stadt Aalst selbst nahm Abstand von ihrem Titel, nach dem gerade dieser Karneval zum UNESCO-Kulturerbe gehört.

Nach diesem Sturm der Entrüstung wird dieses Jahr befürchtet, dass die Aalster Karnevalisten mit zahlreichen jüdischen Karikaturen aufwarten, denn die Bewohner dieser Stadt gelten als Sturköpfe, halten an ihrer Tradition eines zügellosen und ungebremsten Karneval fest und könnten nach dem Motto „jetzt erst recht“ quasi „noch einen drauf legen“.

In dem offenen Brief der Europaabgeordneten heißt es weiter: „Vergangenes Jahr weigerten sich die Organisatoren und die lokalen Autoritäten, den antisemitischen Charakter und den problematischen Impakt des Karnevalswagens zu erkennen. Ohne Absicht der Organisatoren erwirkte dies ein stereotypisches Bild der jüdischen Gemeinschaft in Verbindung mit Jahrhunderte alter Repression, Diskriminierung, Ausweisungen und Progromen.“

Verbieten?

Am Donnerstag meldete sich in dieser Angelegenheit auch der israelische Außenminister Israel Katz per Twitter zu Wort. Katz ruft dazu auf, den Karneval von Aalst schlicht und einfach zu verbieten: „Belgien sollte sich als westliche Demokratie dafür schämen, einen solchen giftige und antisemitische Darbietung zuzulassen. Ich rufe die Regierungen dazu auf, dies zu verbieten.“