Verkehrssicherheit: E-Bikes beliebter denn je und Autofahrer noch immer zu schnell unterwegs

Jeder fünfte Flame ist im vorigen Jahr mit einem Elektro-Fahrrad gefahren. Von Jahr zu Jahr gewinnt das Radfahren generell neue Fürsprecher. Das geht aus der jüngsten Umfrage des belgischen Instituts für Verkehrssicherheit hervor. Die jährliche Befragung von 6.000 Verkehrsteilnehmern brachte auch Folgendes ans Licht: Autofahrer sind nach wie vor zu schnell unterwegs und geben zu, dass sie das Tempolimit sowohl auf den Autobahnen als auch in geschlossenen Ortschaften regelmäßig überschreiten.

Der Pkw ist unverändert das am häufigsten benutzte Verkehrsmittel in Belgien. Öffentliche Verkehrsmittel bleiben landesweit relativ stabil. In der Region Brüssel-Hauptstadt, wo Busse, U-Bahn und Trams am häufigsten genutzt werden, geht die Anzahl der Nutzer allerdings von 72 % auf 64 % (2020) zurück. Individuelle Mobilitätslösungen (Monowheels, Segways und E-Roller) liegen im Trend und konnten ihren Einsatz als Verkehrsmittel auf 12 % verdoppeln.

Flandern bleibt ein Fahrradland

Die Anzahl der Radfahrer ist in Flandern erneut gestiegen und lag in diesem Jahr bei 69 %. In der Wallonie schwingt sich nur jeder Vierte (24 %) ab und zu in den Sattel. In der Brüsseler Region sind immerhin 30 % der Einwohner regelmäßige Radfahrer.

Beliebter denn je ist das E-Bike, insbesondere in Flandern, wo 22 % der Befragten mit Elektro-Antrieb in die Pedale treten. In Brüssel (8 %) und in der Wallonie (6 %) liegt der Anteil E-Biker bedeutet niedriger.

Trunkenheit an der Lenkstange

Dass Radfahren nicht unbedingt das sicherere Transportmittel sein muss, geht aus folgenden Reaktionen der Befragten hervor: 57 % der Radfahrer in Flandern geben zu, dass sie sich auch betrunken in den Sattel schwingen. In der Wallonie liegt der Anteil bei „nur“ 23 %.

Zieht man die Unfallstatistiken hinzu, stellt man fest, dass bei den Wochenendverkehrsunfällen in Flandern 54 % der kontrollierten Radfahrer unter Alkoholeinfluss waren.

Ein Viertel der Fahrradfahrer gibt auch kleinere Verstöße zu wie in der Dunkelheit ohne Licht fahren oder in Einbahnstraßen einbiegen.

Problem der Temposünder am Steuer unverändert

Statt abzunehmen, steigt die Anzahl der Autofahrer, die zugeben, die Tempolimits in geschlossenen Ortschaften, auf regionalen Straßen und Autobahnen wenigstens einmal im vorigen Monat überschritten zu haben. Zur Bekämpfung der Geschwindigkeitsverstöße werden noch in diesem Jahr zahlreiche Abschnittskontrollen auf belgischen Straßen aktiviert.

Sechs von zehn befragten Belgiern spricht sich für mehr Abschnittskontrollen aus. Auch bei Handy und Alkohol am Steuer sollten die Verkehrskontrollen verschärft werden. Nulltoleranz bei Fahren unter Alkoholeinfluss wird von 62 % der Belgier befürwortet. 29 % sind aber, nichtsdestotrotz, dagegen.

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