BELGA/DOPPAGNE

Berufungsverfahren zur Bahnkatastrophe von Buizingen vor 10 Jahren

Am Montagnachmittag begann in Brüssel das Berufungsverfahren zur Bahnkatastrophe von Buizingen (Flämisch-Brabant) vor 10 Jahren. Am ersten Verhandlungstag ging es in erster Linie um Verfahrensfragen, um die Prozessagenda, sprich um die Termine für die Anhörungen und um andere Punkte. Beim Zugunglück von Buizingen waren 19 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 300 Reisende wurden zum Teil schwer verletzt.

In erster Instanz waren die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB, der Lokführer des den Unfall verursachenden Zuges und Bahninfrastruktur-Dienstleister Infrabel Anfang Dezember 2019 für diese Katastrophe verantwortlich gemacht worden.

Die Bahn verzichtete auf eine Berufung, Infrabel und die Brüsseler Staatsanwaltschaft legten eine Berufung gegen das Urteil ein. Beide Unternehmen wurden zu hohen Geldstrafen verurteilt. Der Lokomotivführer wurde trotz der Tatsache, dass er schuldig gesprochen wurde, nicht bestraft.

Am ersten Verfahrenstag legte das Brüsseler Strafgericht den eigentlichen Prozesstermin fest. Damit findet dieses Berufungsverfahren im der Zeit zwischen dem 25. und dem 28. Mai 2018 statt.

Bei dem Unfall, der am 15. Februar 2010 in Buizingen bei Brüssel in Flämisch-Brabant stattfand, überfuhr ein Lokführer ein rotes Signal. Danach stieß dessen Zug, ein Regionalzug von Löwen nach s’Gravenbrakel, auf einen Intercity, der auf dem Weg von Quiévrain an der französischen Grenze nach Lüttich war. Dabei verloren 19 Fahrgäste ihr Leben und über 300 weitere wurden zum Teil schwer verletzt.

Neben dem Lokführer wurden auch die Bahn und deren Gleisnetzbetreiber schuldig gesprochen, denn ihnen wurde vorgeworfen, dass sie ihr Sicherheitssystem nicht im Griff habe. 

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