Belgien bereitet sich konkret auf mögliche Coronavirus-Ansteckungen vor

Die Antwerpener Uniklinik UZA ist neben dem Brüsseler Sint-Pieters-Krankenhaus die zweite Referenzklinik in Belgien für Viren- und Seuchen-Ansteckungen. Hier wird gerade mit Containern eine neue Abteilung errichtet (Foto), in der mögliche Coronavirus-Patienten aufgenommen und behandelt werden können. Inzwischen häufen sich die Ansteckungen in den Nachbarländern Belgiens, weshalb in unserem Land konkrete Vorbereitungen getroffen werden.

Coronavirus-Patienten vor und auch speziell die Mitarbeiter der beiden hiesigen Referenzkliniken befassen sich in diesen Tagen mit der Behandlung von solchen Patienten. 

Inzwischen rufen die Mediziner die Bevölkerung dazu auf, eventuelle Symptome zu analysieren und sich beim eigenen Hausarzt zunächst telefonisch zu melden. Die Symptome ähneln zunähst denen einer „normalen“ Grippe. Auch deshalb sollten sich Patienten eher telefonisch melden und sich nicht in vollbesetzte Wartezimmer setzen.

Guy Hans, der medizinische Leiter der Antwerpener Uniklinik, sagte dazu gegenüber VRT NWS: „Wir arbeiten mit einer abgesonderten Aufnahme in einer Containerabteilung direkt neben der Notaufnahme. (…) Wir sind vorbereitet. Wir haben die Strukturen, die Richtlinien und die Ausrüstung, um ganze Gruppen von Menschen sehr schnell unter Quarantäne zu stellen.“

Kaum noch Mundschutzmasten am Markt

Da Ansteckungen mit dem Coronavirus immer näher an Belgien heranrücken, wollen sich viele Bürger des Landes mit Mundschutzmasken eindecken. Die Apotheken können der aktuellen Nachfrage nicht mehr lange entsprechen, auch wenn sich die Vorräte eine Zeit lang wieder erholt hatten. Doch jetzt stoßen auch die Hersteller und der Großhandel an Grenzen, nicht zuletzt, wegen einer enormen Nachfrage aus asiatischen Ländern und auch, weil die chinesischen Hersteller gerade nichts mehr liefern können - entweder, weil sie nur ihr eigenes Land beliefern oder weil Unternehmen durch das Coronavirus derzeit nicht arbeiten.

Aber, so bemerken Mediziner und Virologen mit Nachdruck, solche Mundschutzmasken bewirken nicht viel und bieten kaum wirklichen Schutz. Sie dienen quasi nur zum eigenen Gefühl der Sicherheit. Der belgische Apothekerbund empfiehlt, dem Rat des Gesundheitsministerium und der Virologen zu folgen und auf einige hygienische Routinemaßnahmen zu achten, die da sind: Hände waschen, Husten oder Nießen hinter vorgehaltener Hand, geschlossene Räume, die keine Luftzirkulation aufweisen besser meiden, Papiertaschentücher nutzen und danach wegwerfen.

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