Die Kliniken bereiten sich auf eine Aufnahme von Coronapatienten vor

Derzeit sind die Universitätsklinik von Antwerpen (UZA) und das Sint-Pieters-Krankenhaus von Brüssel die einzigen Anlaufstellen für Patienten, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben. Doch inzwischen bereiten sich weitere Kliniken darauf vor, solche Patienten aufzunehmen. Darunter ist auch die Uniklinik von Gent (Fotos).

Angesichts der immer näher an Belgien heranrückenden Coronavirus-Epidemie reichen wohl die beiden oben genannten Kliniken nicht aus, um eine eventuelle Welle von mit dem Virus angesteckten Patienten aufzunehmen. Deshalb bereiten sich jetzt auch weitere Krankenhäuser darauf vor, solche Patienten aufzunehmen und möglicherweise in Quarantäne zu setzen. Eine dieser Kliniken ist die Uniklinik von Gent (UZ Gent). 

„Eine Epidemie erfolgt in verschiedenen Phasen,“ so Steven Callens, Professor für Infektionskrankheiten an der UZ Gent gegenüber VRT NWS: „In der ersten Phase versucht man die Epidemie einzudämmen. Erkrankte Personen werden zu Hause unter Quarantäne gestellt, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Die zweite Phase bricht an, wenn sich das Virus doch verbreitet und mehrere Personen erkranken. Dann reichen zwei Krankenhäuser nicht aus.“

Erst ab der dritten Phase werden weitere Kliniken hinzugezogen, so Professor Callens: „Wenn die Zahl der Kranken die Kapazität der Krankenhäuser von Brüssel und Antwerpen übersteigt, kann es eng werden. Um in diesem Fall rasch reagieren zu können, bereiten wir uns schon jetzt darauf vor und treffen die notwendigen Vorsorgemaßnahmen.“ 

Tägliche Briefings aller betroffenen Abteilungen

Der Chefapotheker der UZ Gent checkt derzeit, ob ausreichend notwendige Medikamente auf Lager sind und die Direktion prüft, ob für den Fall einer sich rasch ausbreitenden Epidemie ausreichend Personal zur Verfügung steht, auch außerhalb der Notaufnahme. Und alle möglicherweise betroffenen Abteilungen stehen in ständigem Kontakt mit der Infektionsprävention. „Wir haben täglich Briefings“, so Professor Callens.

Callens unterstreicht übrigens noch einmal, dass das Virus für gesunde Menschen keine Gefahr darstellt, für ältere oder bereits anderweitig erkrankte Personen könnte es allerdings gefährlich werden. Zur Erinnerung, die Uniklinik von Antwerpen hat in diesen Tagen eine komplette Notfallklinik in Sachen Coronavirus mit Containern aufgebaut (siehe nebenstehenden Beitrag). Die Uniklinik von Löwen ist das Referenzlabor für dieses Virus. Hier werden alle in Belgien anfallenden Virenproben analysiert. 

Nicolas Maeterlinck

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