Mini Europa in Brüssel: EU-politisch aktuelle Ergänzungen nach dem Brexit

Im Miniaturpark Mini-Europa in Brüssel beginnt Mitte März die neue Saison. Letztes Jahr waren noch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten aus den bis dahin 28 EU-Mitgliedsstaaten zu sehen. Doch inzwischen hat Großbritannien die Europäische Union verlassen. Wer jetzt denkt, dass danach die britischen Sehenswürdigkeiten abgebaut wurden, der irrt sich… 

Der Brexit zwingt die Betreiber von Mini-Europa am Brüssel Heysel-Gelände unweit des Atomiums zum Handeln: Zu dieser beliebten Anlage mit Sehenswürdigkeiten aus allen 28 EU-Ländern gehören  auch der Londoner Big Ben, Westminster, Dover Castle, die Weißen Felsen und weitere britische Gebäude und Monumente im Maßstab 1:25. Doch nach dem Austritt der Briten aus der Europäischen Union musste Betreiber Thierry Meeùs einige Details anpassen.

„Wir behalten Großbritannien“, sagte Thierry Meeùs, denn schließlich habe die Insel viel zur europäischen Geschichte beigetragen und Modelle wie der 12 m lange Westminster-Palast mit seinem 4,5 m hohen Glockenturm, dem Big Ben, seien „beliebte Bauwerke“  beim Publikum. Doch wer durch Mini Europa von Belgien aus nach England reist, der kommt in Zukunft am Ärmelkanal an einer fiktiven Zollstation vorbei.

Auch auf der Reise zwischen Großbritannien und Irland oder in Richtung Frankreich werden Schilder die Besucher auf die veränderte Lage in Europa nach dem Brexit hinweisen. Die britischen Flaggen werden allerdings aus Mini Europa verschwinden und die neuen Faltblätter dieser international beliebten Attraktion in insgesamt elf Sprachen werden ohne Zahlenangaben zu Großbritannien gedruckt.

Vor dem Big Ben wird in Zukunft eine Demonstration von britischen EU-Befürwortern zu sehen sein: „Das soll betroffen machen“, sagte Thierry Meeùs. Immerhin hätten 48 % der Briten für einen Verbleib ihres Landes in der EU gestimmt. Die „Remainer“ zu repräsentieren gehört zum selbst auferlegten Motto von Mini Europa, europäische Geschichte zu vermitteln. Schließlich wurde die Anlage in der Vergangenheit auch mit Modellen von Sehenswürdigkeiten neuer EU-Mitgliedsländer ergänzt.

Meist gelesen auf VRT Nachrichten