Steigende Bezüge in Belgien: Der Schwellenindex wurde überschritten

Im kommenden Monat März wird in Belgien der so genannte Schwellenindex überschritten. Das ist eine Folge der Tatsache, dass hierzulande die Inflation drei Monate nach einander angestiegen ist. Das bedeutet, dass die Renten, die Sozialbezüge und die Beamtengehälter um 2 % steigen werden. 

Der Index, der sich aus einem bestimmten Waren- und Dienstleistungs-Korb zusammenstellt, misst die Teuerungsrate für die Ausgaben bei den hiesigen Haushalten. Übersteigt dieser Wert eine bestimmte Marge, dann steigt auch der Schwellenindex, der im belgischen Bundesland Flandern „Spilindex“ genannt wird. Damit sollen nach „alter Tradition“ die Beamten- und andere Bezüge dem allgemeinen Wohlfahrtsstandard entsprechen.

Der Index-Mechanismus sorgt dafür, dass die Renten und die Sozialbezüge in Belgien im März steigen und die Beamtengehälter im April. Der letzte Anstieg des Schwellenindex datiert von August 2018. Der aktuelle Anstieg findet früher statt, als erwartet.

Indexbestimmender Warenkorb

Im laufenden Monat Februar stiegen die Preise von Waren und Dienstleistungen um 1,10 %, im Januar betrugen die Preisanstiege 1,41 % und im Dezember 2019 0,76 %. Im Februar stiegen die Preise z.B. für Gemüse, Alkohol und für frische Blumen und Pflanzen. Im Gegensatz dazu sanken u.a. die Preise bei Kraftstoffen für Autos, bei Heizöl und bei Erdgas.

Der Warenkorb für den Index beinhaltet rund 600 Produkte und Dienstleistungen und wird zu jedem Jahreswechsel angepasst. Das bedeutet, dass neue Waren und Dienstleistungen hinzukommen, weil diese z.B. trendbestimmend sind oder ein angepasstes Konsumverhalten der Verbraucher mit sich bringen. Der Index für Löhne und Gehälter, wie er in Belgien gehandhabt wird, ist unter anderem der Europäischen Union ein Dorn im Auge. In Belgien halten unter anderem die Gewerkschaften an diesem System zur Kaufkrafterhaltung fest.

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