Gesellschaft, Börse und Wirtschaft spüren das Coronavirus deutlich

Überall ist die Rede vom Coronavirus und überall lassen sich die Folgen davon spüren. Der Bel20-Kurs an der Brüsseler Euronext-Börse verlor am Donnerstag weitere 5 %, das auch am zusammengebrochenen chinesischen Markt liegt. Auch eigentlich normale Vorgänge im täglichen Leben leiden unter dem Coronavirus.

Die Meldung, dass der Brauereiriese AB InBev seit dem Ausbruch des Coronavirus in China bisher rund 160 Mio. € Verluste hinnehmen muss, setzte der Brüsseler Börse erneut zu.

Nach Bekanntwerden der Verluste bei AB InBev verlor diese Aktie ziemlich schnell etwa 10 % am Wert. Ein weiterer Verlust um 4,98 % des Bel20-Index stellt den schlechtesten Wert seit dem 24. Juni 2016 dar. Das war der Tag nach dem Brexit-Referendum in Großbritannien…

Doch auch in der Schokoladenproduktion lässt sich der weggebrochene chinesische Markt spüren. Bei Guylian im ostflämischen Sint-Niklaas werden derzeit keine Meeresfrüchte in Schokolade mehr produziert. Zum einen hapert das an ausbleibenden Lieferungen von wichtigen Zutaten und zum anderen bricht die Nachfrage aus Richtung Asien und hier speziell in China weg. Gerade die Chinesen gehören im Export bei Guylian zu den wichtigsten Kunden und Abnehmern.

Andere Bereiche

Inzwischen können die ersten Urlauber aus dem unter Quarantäne stehenden Hotel auf Teneriffa nach Hause gehen. Unter den rund 130 Glücklichen sind auch 15 Belgier. Insgesamt mussten bis jetzt 118 Landsleute dort ausharren, die meisten sind Kunden von TUI. Ursprünglich hieß es, dass sie noch bis zum 10. März dort bleiben sollten, doch jetzt ist dieses Martyrium für die ersten von ihnen zu Ende.

Allerdings wusste Außenamtssprecher Karl Lagatie am Donnerstag noch nicht, wie das vonstattengehen soll: „Wir wurden von den spanischen Behörden davon unterrichtet, dass alle Reisenden, die nach dem 24. Februar im Hotel angekommen sind, dieses wieder verlassen können, weil sie keine Infektionserscheinungen vorweisen.“

Inzwischen schickt das Rote Kreuz Flandern Blutspender, die sich zuvor in Norditalien aufgehalten haben, wieder nach Hause. Hier lässt man äußerste Vorsicht walten, was gerade in diesem gesundheitlich sensiblen Bereich durchaus verständlich ist, da der Norden Italiens ebenfalls vom Coronavirus heimgesucht wird. Und nach wie vor finden Mundschutzmasken in den belgischen Apotheken reißenden Absatz…

Brussels Airlines streicht für die kommenden beiden Wochen etwa 30 % aller europäischen Kurzstreckenflüge in Richtung Norditalien. In erster Linie handelt es sich dabei um Flüge zu den beiden Mailänder Flughäfen Linate und Malpensa sowie nach Rom, Bologna und Venedig. Damit reagiert die Lufthansa-Tochter auf die Tatsache, dass immer weniger Reisende Flüge in diese Region buchen. Jetzt prüft die Fluggesellschaft, ob sie sich auf staatliche Regelungen zur Kurzarbeit berufen kann und verzichtet darauf, neues Personal einzustellen.