Der Februar war warm, regnerisch und windig. Der vergangene Winter war der drittwärmste

Der vergangene Februarmonat brach zwar keine absoluten Rekorde, aber sowohl die Durchschnittstemperatur (7 Grad Celsius) als auch die Niederschlagsmenge (107,7 Millimeter) - beide am Standort des Königlich Meteorologischen Instituts (KMI) im Brüsseler Stadtteil Ukkel/Uccle gemessen - lagen deutlich über dem Durchschnitt. Im vergangenen Winter gab es keinen Eistag mit einer Höchsttemperatur unterhalb des Gefrierpunktes.

Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit (5,7 Meter pro Sekunde) macht den vergangenen Monat zum zweitturbulentesten Februarmonat seit dem Start der Aufzeichnungen. Es war ein verregneter, dunkler und sehr milder Februar, mit verschiedenen Stürmen.

Der vergangene Dezember war etwas sonniger als normal und der Januar etwas trockener als normal, aber egal ob Dezember, Januar oder Februar, es gab eine Konstante in diesem Winter. Jeder Monat war im Durchschnitt wärmer als normal. 

Genau wie die Anzahl der Eistage zeigt auch die Entwicklung der Anzahl der Frosttage einen Rückgang
Rozemien De Troch, Klimawissenschaftlerin am KMI

Der vergangene meteorologische Winter (Dezember, Januar und Februar) hatte eine allgemeine Durchschnittstemperatur von etwa 6,3 Grad. Nach 2007 und 2016 wird es somit der drittwärmste Winter in fast zwei Jahrhunderten sein, seit die Beobachtungen in Ukkel 1833 begannen. Im Jahr 2007 lag die Durchschnittstemperatur bei 6,6 Grad Celsius und damit 3 Grad über der Norm.

Rozemien De Troch, Klimawissenschaftlerin am KMI, sieht einen Trend: „Besonders wichtig ist, dass die vier wärmsten Winter in den letzten 20 Jahren beobachtet wurden. Mit anderen Worten: Der vergangene milde Winter ist ein weiteres Zeichen der globalen Erwärmung.“

Kein einziger Eistag

in weiteres auffälliges Merkmal des letzten Winters ist, dass die Höchsttemperatur keinen einzigen Tag unter null Grad blieb. Mit anderen Worten: Tagsüber kletterte das Thermometer in Ukkel immer auf einen positiven Wert. Dies ist nicht das erste Mal, denn es ist bereits in den warmen Wintern 2007 und 2016 geschehen, aber sehr oft geschah das seit 1833 nicht.

Dasselbe gilt für die Anzahl der Frosttage, also der Tage, an denen die Temperatur nachts unter den Gefrierpunkt sinkt. "Genau wie die Anzahl der Eistage zeigt auch die Entwicklung der Anzahl der Frosttage einen Rückgang", sagt De Troch.

Im Winter 2013-2014 wurden nur 6 Frosttage verzeichnet, was nach Angaben des Königlichen Meteorologischen Instituts eine deutliche Verbesserung des Rekords von 1989 (11 Tage) darstellt. Normalerweise gibt es mehr als 32 Frosttage (gemessen im Brüsseler Stadtteil Ukkel)  pro Winter. 

Ganz zu Ende des Winters hat es dann doch noch geschneit

Vielleicht haben Sie auch bemerkt: In Flandern gab es vergangenen Winter kaum Schnee. Erst ganz am Ende des meteorologischen Winters, letzten Mittwoch, fiel der erste Schnee. Die Schneeschmelze vom Donnerstag wurde auch als Schneetag in Ukkel gebucht, so dass wir doch noch zwei Schneetage hatten.

Selbst im Hochbelgien und im Hohen Venn fiel viel weniger Schnee als üblich. Es war ein schlechter Winter für die Ski- und Langlaufstationen, die sogar Schneekanonen einsetzten und während der vergangenen Schulferien doch noch einige Tage vom Neuschnee profitieren konnten.

Zwei Tage Schnee in Flandern während eines meteorologischen Winters von 90 oder 91 Tagen sind wenig, aber sicherlich nicht einzigartig. Früher war die Anzahl der Schneetage in den Jahren 1990, 2008 und 2014 bereits auf einen beschränkt, aber normalerweise zählen wir 13 Schneetage während eines Winters. Im Jahr 1989 lag den ganzen Winter über kein Schnee , das einzige Mal im 20. Jahrhundert. Aber seit 20 Jahren macht sich der Schnee immer rarer.

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