Alexander Dumarey

Brüsseler Terrorprozess: Fast alle Anträge zu zusätzlichen Ermittlungen abgelehnt

Die Ermittlungsrichter, die sich mit den Untersuchungen zu den Terroranschlägen auf Brüssel vom 22. März 2016 befassen, lehnen fast alle Anträge der Verteidigung ab, nach denen in bestimmten Bereichen zusätzliche Ermittlungen notwendig sein sollen. Die Ermittlungsrichter entsprachen nur einem einzigen Antrag.

Die mit dem Terrorprozess befassten Ermittlungsrichter lassen sich nur auf einen einzigen Antrag ein, nämlich auf die Frage der Anhörung von vier Leumundszeugen für den Verdächtigen Ali Haddaf Asufi. Alle weiteren Anträge auf zusätzliche Ermittlungen von Seiten der Verteidiger wurden abgelehnt, wie die Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel am Montag mitteilte. 

Gegen die Entscheidung der Ermittlungsrichter, sich auf die Anträge der Verteidigung nicht mehr einzulassen, legten die Anwälte der Verdächtigen jetzt Berufung vor der Anklagekammer ein. Diese muss den Vorgang innerhalb von zwei Wochen behandeln.

Die Bundesstaatsanwaltschaft will acht Angeklagte vor ein Schwurgericht bringen (Salah Abdeslam, Osama Atar (soll im November 2017 in Syrien ums Leben gekommen sein), Mohamed Abrini, Sofien Ayari, Osama Krayem, Ali El Haddad Asufi, Bilal El Makhoukhi sowie Hervé Bayingana Muhirwa) und weitere zwei sollen vor ein Strafgericht gestellt werden (Smail und Ibrahim Farisi). Für drei der Verdächtigen wurde beantragt, diese nicht mehr länger juristisch zu verfolgen (Faycal Cheffou - steht schon länger nicht mehr unter Verdacht, Brahim Tabich und Youssef El Ajmi).

Bisher standen insgesamt also 13 Personen unter Verdacht, direkt oder indirekt an den Anschlägen auf die U-Bahnstation Maalbeek in Brüssel und auf den belgischen Nationalflughafen in Zaventem beteiligt gewesen zu sein. Damals kamen 32 Menschen ums Leben und etwa 340 weitere wurden zum Teil schwer verletzt.