Coronavirus: Erster Schul- und Arbeitstag nach den Krokusferien

An diesem Monat beginnt für die Schulkinder in Belgien nach einer Woche Krokusferien wieder der Unterricht. Auch für viele Arbeitnehmer, die aus dem Urlaub zurückkommen, beginnt der erste Arbeitstag. Doch inzwischen ist das Coronavirus auch definitiv in Belgien angekommen. Wie reagieren jetzt das Bindungswesen und die Arbeitgeber? Wir haben einige Empfehlungen aufgelistet.

Schulen, Kindergärten, Kinderkrippen

Bundesgesundheitsministerin Maggie De Block (Open VLD) sagte, dass die Schulen nicht geschlossen würden: „Kinder, die Krank sind, bleiben zu Hause, so wie immer. Gesunde Kinder können ganz einfach zur Schule gehen, auch wenn sie gerade von einer Reise zurückkehren.“ Bereits in der vergangenen Woche haben die Ministerien für Bildung und Gesundheit aus den Ländern und Regionen in Belgien gemeinsam eine Herangehensweise beschlossen, so die Ministerin: „Dabei haben wir Vorsorgemaßnahmen getroffen, die auch den Schulen mitgeteilt wurden. So ist es besser, keine Küsschen zu geben und bei den Kleinen Spiele mit Kuscheln au vermeiden. Die Schulen sind vorbereitet.“

Erkrankt ein Kind, werden sofort die Eltern kontaktiert und ein Arzt wird hinzugezogen, so die Ministerin. Die Schulen sind in dieser Frage sensibilisiert und aufgeklärt und alle Beteiligten schenken Kindern, die sich vielleicht schlecht fühlen, besondere Aufmerksamkeit. Es wird stets darauf hingewiesen, auch immer wieder die Hände zu waschen und bei Schnupfen auf Papiertaschentücher zurückzugreifen, die sofort danach in den Müll geworfen werden sollten. Daran müssen sich natürlich auch die Lehrpersonen halten und alle anderen Mitarbeiter in den Schulen.

Brüsseler Europaschulen lassen Kinder und Lehrpersonen, die aus Risikogebieten kommen, zu Hause

Die Einrichtungen der Brüsseler Schulgruppe „Schola Europea“ bitten Kinder und Lehrpersonen, die ihre Krokusferien in einem der Coronavirus-Krisengebiete verbracht haben, für die Dauer von 14 Tagen zu Hause zu bleiben. Sie dürfen auch erst dann wieder in die Schulen kommen, wenn deren gesamte Familie erwiesenermaßen Virus-frei ist, so das Generaldirektorium. Das betrifft China, Hongkong, Macau und das Lock-down-Gebiet in Italien. Zu der Schulgruppe „Schola Europea“ gehören in der Hauptstadt vier Institute: European School, Brüssel I in Ukkel, die European School, Brüssel II in Sint-Lambrechts-Woluwe, die European School, Brüssel III in Elsene und die European School, Brüssel IV in Laken.

Am Arbeitsplatz

Bei den Arbeitgebern bzw. am Arbeitsplatz unterscheiden sich die Situation und die Handhabe von Betrieb zu Betrieb. Einige Unternehmer raten Angestellten, die aus Risikoländern heimkehren, dazu, von zu Hause aus zu arbeiten. Andere Firmen oder Behörden ergreifen (noch) keine Maßnahmen. Der flämische Arbeitgeberverband VOKA will keine Panik verbreiten und rät dazu, „den gesunden Menschenverstand zu gebrauchen“. Auch hier heißt es: „Hände waschen, körperliche Kontakte vermeiden“ und eventuell die Option Homeoffice zu nutzen. Nicht anders reagiert der belgische Arbeitgeberverband VBO. Hier wird empfohlen, immer den Betriebsarzt zu konsultieren, um Entscheidungen vor Ort zu treffen. Dieser und die Hausärzte von möglicherweise erkrankten Mitarbeitern wissen, welche Schritte gegangen werden müssen.

Eine gesetzliche Regelung über den Umgang von Arbeitgebern, die Mitarbeiter, die aus einen Risikogebiet zurückkommen, dazu verpflichten, zu Hause zu bleiben, gibt es nicht, es sei denn, solche Fälle sind im jeweiligen Arbeitsvertrag oder in der Betriebsordnung festgelegt. Aber, so ein VBO-Sprecher, sind die Arbeitgeber dazu verpflichtet, sich um das Wohlergehen ihrer Mitarbeiter zu kümmern und deshalb ist wohl jeder einzelne Fall eine Ermessensangelegenheit. Flanderns Arbeits- und Wirtschaftsministerin Hilde Crevits (CD&V) richtet in dieser Sache eine Task Force für die Arbeitswelt ein.