Nicolas Maeterlinck

Wieder neue Coronavirus-Fälle in Belgien: "Alle belgischen Patienten infizierten sich im Ausland"

Nach Angaben der belgischen Gesundheitsbehörden haben sich alle Coronavirus-Patienten im Ausland angesteckt, auch die seit der vergangenen Nacht registrierten 6 neuen Fälle. Alle 15 derzeit Infizierten (zwei kamen im Laufe des Dienstags hinzu) kamen vor einigen Tagen aus Norditalien zurück. Einige von ihnen dürfen ihre Quarantäne zuhause verbringen, andere aber bleiben in einer Klinik.

Alle bekannten neuen Covid-19-Patienten in Belgien weisen nur milde Symptome auf, wie z.B. Fieber, Erkältungserscheinungen oder Husten. Zwei der neuen Infizierten kommen aus Flandern, einer aus Brüssel und zwei weitere aus der Wallonie. Hinzu kommt noch ein Infizierter aus dem deutschsprachigen Ostbelgien. Dieser befand sich zunächst im St. Nikolaushospital in Eupen, wurde aber am Dienstagnachmittag nach Brüssel verlegt. Ihn hatte das Bundesgesundheitsministerium zunächst nicht mit in die Statistik aufgenommen, obwohl seine Probe ebenfalls in der Löwener Referenzklinik auf Covid-19 getestet und für positiv befunden wurde. 

Die betroffenen Patienten bekommen derzeit die notwendige Pflege und Hilfe und sie befinden sich in einer sicheren Umgebung. „Jeder von ihnen wird von Ärzten aus dem Bereich Infektionskrankheiten beobachtet. Diese sorgen auch für die Suche und die Beobachtung von Kontaktpersonen, die die Infizierten seit ihrer Rückkehr getroffen haben“, so eine Mitteilung des belgischen Gesundheitsamtes.

In der Nacht zum Dienstag analysierte das Referenzlabor der Uniklinik Löwen 243 Tests, von denen 6 positiv waren. Inzwischen analysiert auch die Universitätsklinik von Gent (UZ Gent) Covid-19-Tests von Patienten. Diese Klinik ist neben der Antwerpener und der Löwener Uniklinik die dritte Einrichtung, die dazu die Möglichkeit und die Zulassung hat.

In einer Schule in Löwen sind am Montagnachmittag zwei Schulkinder aus der Klasse abgeholt worden. Die beiden Brüder mussten sich in einer Klinik einem Covid-19-Test unterziehen und wurden danach nach Hause gebracht. Aus welchem Grund dies geschah, ist nicht mitgeteilt worden. Die Schule gibt verständlicherweise keine Informationen dazu weiter. Im Nachhinein stellte sich der Covid-19-Verdacht gegen die Jugendlichen aber als unbegründet heraus. Zu den betroffenen Patienten ist ein Schüler und zwar ein Jugendlicher aus Tienen in Flämisch-Brabant hinzu zu zählen, dessen gesamte Familie sich im Urlaub in Italien infiziert hatte. 

Wirtschaft

Inzwischen zeigen sich immer mehr Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie in der Wirtschaft. Die Brüsseler Euronext-Börse mit ihren Bel20-Aktienkurs hat sich zwar am Montag um 0,99 % leicht erholt, doch im Land haben sich insgesamt 12 Unternehmen bei den Arbeitsämtern gemeldet, um dort Kurzarbeit bzw. technische Arbeitslosigkeit zu beantragen.

Sie können wohl alle nicht mehr produzieren, da ihnen Produkte oder Bauteile fehlen, die aus China kommen müssen. Anderen wiederum brechen gerade Absatzmärkte und ausländische Kunden weg und sie können ihre Erzeugnisse nicht mehr ausliefern. Das betrifft direkt 119 Arbeitnehmer, die das föderale belgische Arbeitsamt dazu meldet.

Inzwischen wirkt sich das Coronavirus mehr und mehr auf den Luftfahrtsektor aus. Sowohl Brussels Airlines, als auch Ryanair streichen bis auf weiteres zahlreiche innereuropäische Flüge, vor allem Verbindungen zwischen Belgien und Italien. 

Hamsterkäufe

Einige Warenhausketten, die wie z.B. der belgische Discounter Colryut, verzichten inzwischen auf Verköstigungen. Sie tun dies zum einen aus Hygienegründen, aber auch weil sie bemerken, dass die Kundschaft derzeit vorsichtig ist und kaum noch zugreift. Hamsterkäufe allerdings werden im großen Stil in Belgien nicht getätigt, doch in bestimmten Bereichen wurden vermehrt Nudeln, Zucker, Wasserflaschen, Konserven und WC-Papier gekauft. Fachleute halten dies für völlig überzogen und unnötig und für eine überflüssige Form von Panikmache.