Deutlich mehr Sterbehilfe in Belgien im vergangenen Jahr

Der Sterbehilfe-Ausschuss in Belgien hat im vergangenen Jahr 2.655 Fälle von Sterbehilfe registriert. Das ist ein Anstieg um 12,6 % gegenüber 2018. Bei den Betroffenen handelt es sich hauptsächlich um Patienten zwischen 60 und 89 Jahren. Nur ein einziger Fall von Sterbehilfe wurde letztes Jahr einem Minderjährigen gewährt.

67,8% der Personen, denen 2019 Sterbehilfe gewährt wurden, waren über 70 Jahre alt. 39,3% der Betroffenen waren 80 Jahre alt und älter. Mit 1,5 % der Sterbehilfevorgänge war nur ein Bruchteil der Antragsteller jünger als 40 Jahre alt und nur ein solcher Fall betraf 2019 einen Minderjährigen.

Der Sterbehilfe-Ausschuss gab auch bekannt, dass Sterbehilfe in fast der Hälfte der Fälle in den eigenen vier Wänden der Betroffenen durchgeführt wurde. Im fast 40 % der Vorgänge wurde Sterbehilfe in einem Krankenhaus gewährt. In 15,9 % der Fälle nahmen sterbewillige Zeitgenossen in unserem Land Sterbehilfe in einem Pflegeheim oder in einer Einrichtung für betreutes Sterben in Anspruch, z.B. in einem Palliativheim.

Wim Distelmans, der Vorsitzende des belgischen Sterbehilfe-Ausschusses gab an, dass dies ein auffallender Anstieg ist: „Die Leute wissen heute mehr über das Sterbehilfegesetz und offenbar sind inzwischen mehr Ärzte dazu bereit, Sterbehilfe zu gewähren und auszuführen.“ 

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