Die Lebensmittelindustrie in Belgien will auf Mehrwegverpackungen setzen

Fevia, der Dachverband der belgischen Lebensmittelindustrie, will einen neuen Verpackungsplan ausarbeiten, bei dem es zum einen um die Vermeidung von Verpackungen gehen soll und zum anderen um Mehrwegverpackungen. Ihr aktueller und angepasster „Verpackungsplan 2019-2022“ rät den Mitgliedern und Partnern des Verbandes, sich für weniger Verpackungen einzusetzen.

Alle drei Jahre stellt Fevia einen neuen Verpackungsplan für die hiesige Lebensmittelindustrie auf und vor und dieses Mal folgt dieser Plan einem schon lange gehegten Kundenwunsch, nämlich dem Wunsch nach weniger Verpackungen und weniger Abfall. Fevia geht dabei zweigleisig vor und will zum einen Verpackung vermeiden und zum anderen verstärkt auf Mehrwegverpackungen setzen bzw. auf recycelbare Verpackungen.

Der aktuelle Plan, an dem 150 zum Verband gehörende Unternehmen mitarbeiteten, umfasst insgesamt rund 740 Vorschläge und Maßnahmen. Die meisten der Beteiligten Fevia-Mitglieder und Partner schlugen Maßnahmen vor, bei denen es um mehrfach verwendbare Verpackungen geht und um Materialien, die sich leichter mit Recycling wiederverwenden lassen - auch zu anderen Zwecken. 

Vieles sei heute in diesem Bereich durch neue technologische Möglichkeiten in der Industrie leichter umzusetzen, heißt es hierzu. Andere Vorschläge befassen sich z.B. mit dünneren Verpackungen, mit leichter zu entfernenden und nachhaltigeren Etiketts auf Lebensmitteln (wie z.B. Markenaufkleber direkt auf Obst oder Gemüse) und auch mit größeren Verpackungen.

Inzwischen gehen auch immer mehr Waren- und Kaufhäuser, sowie Supermärkte und Discounter diesen Weg. Plastiktüten für frisches Obst oder Gemüse sind überdies per Gesetz in der Wallonie und in der Hauptstadtregion Brüssel seit dem 1. März verboten (siehe nebenstehendes Video) und seit einigen Jahren legen die Geschäfte Papiertüten aus und bieten vielseitig nutzbare Stoffsäckchen zu kleinem Preis an, um frische Ware einzupacken.

Was vielen Verbrauchern und Kunden allerdings im Supermarkt negativ auffällt ist, dass sehr oft Bioprodukte einzeln in Plastik verpackt sind. Das ist gerade bei Kunden, die solche Waren erwerben wollen, ein Dorn im Auge und wirkt sich kontraproduktiv aus, denn viele verzichten dadurch auch auf den Erwerb von solchen Waren, weil sie ja auch Verpackungsmüll vermeiden wollen… 

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